#Neuland? Also: Neuland??

Aus der Kategorie »just people«

Die Kanzlerin sagt, das Internet sei Neuland. Ich musste da mal drüber nachdenken.

Ich habe zweihundertirgendwas facebook-Freunde. Davon kommuniziere ich – grobe Schätzung – mit circa einem Drittel. Ein Drittel ist ausgeblendet, weil es mir auf den Sack geht und ein Dittel ist eh still, weil sie außer der Anmeldung und einem Profilfoto dort nie wieder was gemacht haben.
Ich habe bei Twitter knappe siebenhundert Follower; ich selbst folge – nach einer großen Säuberungsaktion letztens noch circa zweihundertfünfzig Menschen. Wenn ich so genau hingucke sind davon vermutlich etwa ein Drittel aktiv, der Teil, der mir auf den Sack ging, der flog letztens raus.
Bei GooglePlus bin ich in achthundertirgendwas Kreisen aber hey, die Ernsthaftigkeit von GooglePlus-Kreisen liegt ja noch weit unter der von XING-Anfragen zum Vernetzen, weil sich bestimmt Synergie-Effekte ergeben könnten …

Oder? Ja, wir wissen: Bei GooglePlus landet man bei den obskursten Personen in den Kreisen, weil es eben einfach geht. Wir haben das als »Deppen« abgetan und nehmen GooglePlus nicht ernst. So wenig wie die Deppen bei Twitter, die in die Liste »Häh?« landen, so wie die Deppen, die bei facebook ausgeblendet sind, weil sie das Internet nicht verstanden haben.
Also: Weil sie unser Internet nicht verstanden haben. Weil sie mein Internet nicht verstanden haben.

Ist mein Internet überhaupt das richtige? Oder ist meins nur der kleine Ausschnitt mit den Menschen, die das alles genau so sehen wie ich? Jedenfalls genau so sehen, bis irgendwer mal kurz anderer Meinung ist. Selbst wenn ich jetzt – entgegen aller Tatsachen – Twitter, facebook, G+ und mein Blog addiere, dann habe ich circa zweieinhalbtausend Online-Bekannte. Wie gesagt: ich weiß, die Rechnung stimmt nicht, weil wir ja alle überall sind und es dementsprechend Überschneidungen gibt.

Selbst wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass ich wenig Freunde, Follower, Kreise habe, dass zu einer »Internet-Konferenz« wie der re:publica um die fünf-sechstausend crazy Internet-People kommen dann ich das immer noch erschreckend wenig. Jdenfalls im Vergleich zu achtzig Millionen Deutschen, die sich eben nicht innerhalb meiner FilterBubble befinden. Hatte Sascha Lobo nicht mal gesagt, dass der deutsche Ruderer-Verband mehr Mitglieder hat als es deutsche Twitterer gibt?

Ich sehe im Fernsehen tausendmal »Quelle: YouTube« und nie einen Link. Ich lese in meiner Tageszeitung nur dann etwas über das Web, wenn facebook gerade böse ist oder Google die Verleger bestiehlt. Und wir witzeln darüber, weil die alle so doof sind.

Aber manchmal frage ich mich, ob wir nicht die Ostfriesen sind, die über den Rest der Deutschen lachen; frage mich, ob das mit dem Neuland vielleicht doch gar nicht so falsch ist.
Man vergisst das ja so leicht, wenn der eigene Horizont so voll ist mit so tollen Internet-People.

Ausnahmsweise mal die Kommentare lesen, denn Kiki hatte da einen berechtigten Einwand. Und ich eine Antwort


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