Nikka Costa: Nothing Compares 2 U

Aus der Kategorie »just music«

Die älteren unter Euch werden sich erinnern: Es gab mal Fernsehsender, die nichts anderes taten als Musikvideos zu zeigen. Und irgendwann (1990) zeigten sie drei Minuten lang eine blasse junge Frau, die ein trauriges Lied über das Verlassenwerden sang und am Ende weinte.

Das war natürlich Sinead O’Connor und das Lied war „Nothing Compares 2 U”

Ursprünglich (1985) war das mal ein Lied von Prince gewesen, aber das war relativ egal – aber so erklärt sich diese Schreibweise mit der 2 und dem U.

Prince’s Version war deutlich bombastischer und nicht so (sorry) „schnulzig“ wie die von Sinead, aber das war allen egal.

In den siebenundzwanzig Jahren seitdem ist das Lied unzählige Male gecovert worden – alleine die Wikipedia kennt 30 Versionen und nennt das eine „Auswahl weiterer Coverversionen“.

Ebenso unzählige Male dachte man sich: Hm, vielleicht ist das eines von den Liedern, von denen man die Finger lassen sollte. Auch Kandidaten bei DSDS oder The Voice bewiesen mit dem Song gerne, dass nicht jede Streicherballade ein Garant für den Recall ist.

Schlechte Voraussetzungen also für eine weitere Version?

Nikka Costa kennt die regelmäßige Leserin schon etwas länger. Leider wurde es in Deutschland immer schwerer, an ihre Musik zu kommen und nachdem sie dann 2010 endlich!!! mal in Deutschland auf Tour war und sie noch eine Zeit lang einen wirklich lustigen und sehenswerten YouTube-Kanal machte wurde es still.

Andererseits ist sie eindeutig die Göttin des Funk und auch die des Souls und damit sehr zu Hause in einer Musikrichtung, die sich wie kaum eine zweite eignet, um Traurigkeit ebenso stilvoll wie unschnulzig auszuleben. Und ihre Stimme ist eh über alles erhaben.

Zum Glück dachte sie sich das auch und als sie letztes Jahr auf Pledgemusic ankündigte, wieder Musik veröffentlichen zu wollen kam als erste Single dabei jetzt eine neue Version von „Nothing Compares… “ raus.

Ich machs mal kurz: Meiner bescheidenen Meinung nach ist dabei die Version rausgekommen, die für die nächsten 27 Jahre den Maßstab setzt. Nicht so cheesy wie Sinead aber so traurig. Nicht so überladen wie Prince aber so soulig. Und damit für mich eigentlich das was ich mir immer gewünscht hatte.

Hier könnt Ihrs (noch?) hören, aber kaufen fände ich natürlich besser, damit Nikka weiter Musik machen kann.

Ich freue mich sehr auf den Rest des Albums – und nicht nur, weil ich irgendwo auf dem Cover mein Name stehen wird.

Wem die Single jetzt auch gefällt und wer die Wartezeit zum Album überbrücken möchte: Nikka kann Motown, ist funky wie Hölle, bluesy wie nix gutes und kann losrocken. Und als Bonusist sie auch noch ziemlich lustig und hat Go the Fuck To Sleep („Verdammte Scheiße, schlaf ein!“) ziemlich genial vertont.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

7 Reaktionen

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Am 29.03.2017 um 15:22 Uhr antwortete Kiki:

Mnh, ich fürchte, an der Price-Version mit Candy Dulfer am Sax kann Nikka Costa für meine Ohren nicht kratzen. Da fehlt mir irgendwie die Seele, zu totproduziert. Stimmlich liegt sie für mich irgendwo zwischen Tina Turner und Anastacia, auch hier jedoch, ohne eine der beiden wirklich zu erreichen. Selbst Sinead O’ Connors Version war vielleicht überkitscht, aber zumindest „was eigenes“.
Doch die Geschmäcker sind natürlich verschieden – und wie das so ist mit Musik(erInnen): Sobald man selbst eine Verbindung hat, zählt der Rest nicht mehr wirklich. Insofern: Congrats zu Deinen Credits auf den Linernotes und hoffentlich kannst Du die Dame bald live erleben. :-)


Am 29.03.2017 um 12:45 Uhr antwortete Jörg Schubert auf facebook:

Lange nix von der blassen Frau gehört und die letzten Schlagzeilen waren nicht schön.

via facebook.com


Am 29.03.2017 um 13:29 Uhr wusste Anke Bebber auf facebook:

In der Tat, das ist eine sehr ansprechende Neuauflage des Liedes.

via facebook.com


Am 29.03.2017 um 20:07 Uhr sprach Nikka Costa auf facebook:

thank you for your review ;) 💖💖💖

via twitter.com


Am 29.03.2017 um 22:32 Uhr schriebChristian:

@kiki: Klar ist das alles immer Geschmackssache und zum Glück muss man ja wegen sowas seit ein paarunddreißig Jahren keine Faustkämpfe mehr austragen :)
Ich fürchte nur, trotz Deines Wunsches wird das wohl in diesem Leben mit dem live-Gig nix mehr werden. Sie bleibt, so fürchte ich a musicians musician.
Apropos: Nur Musiker hier in den Kommentaren. Nett.


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

Kiki

Mnh, ich fürchte, an der Price-Version mit Candy Dulfer am Sax kann Nikka Costa für meine Ohren nicht kratzen. Da fehlt mir irgendwie die Seele, zu totproduziert. Stimmlich liegt sie für mich irgendwo zwischen Tina Turner und Anastacia, auch hier jedoch, ohne eine der beiden wirklich zu erreichen. Selbst Sinead O’ Connors Version war vielleicht überkitscht, aber zumindest „was eigenes“.
Doch die Geschmäcker sind natürlich verschieden – und wie das so ist mit Musik(erInnen): Sobald man selbst eine Verbindung hat, zählt der Rest nicht mehr wirklich. Insofern: Congrats zu Deinen Credits auf den Linernotes und hoffentlich kannst Du die Dame bald live erleben. :-)

Jörg Schubert

Lange nix von der blassen Frau gehört und die letzten Schlagzeilen waren nicht schön.

via facebook.com

Anke Bebber

In der Tat, das ist eine sehr ansprechende Neuauflage des Liedes.

via facebook.com

Nikka Costa

thank you for your review ;) 💖💖💖

via twitter.com

Christian

@kiki: Klar ist das alles immer Geschmackssache und zum Glück muss man ja wegen sowas seit ein paarunddreißig Jahren keine Faustkämpfe mehr austragen :)
Ich fürchte nur, trotz Deines Wunsches wird das wohl in diesem Leben mit dem live-Gig nix mehr werden. Sie bleibt, so fürchte ich a musicians musician.
Apropos: Nur Musiker hier in den Kommentaren. Nett.

Kiki

Mnh, ich fürchte, an der Price-Version mit Candy Dulfer am Sax kann Nikka Costa für meine Ohren nicht kratzen. Da fehlt mir irgendwie die Seele, zu totproduziert. Stimmlich liegt sie für mich irgendwo zwischen Tina Turner und Anastacia, auch hier jedoch, ohne eine der beiden wirklich zu erreichen. Selbst Sinead O’ Connors Version war vielleicht überkitscht, aber zumindest „was eigenes“.
Doch die Geschmäcker sind natürlich verschieden – und wie das so ist mit Musik(erInnen): Sobald man selbst eine Verbindung hat, zählt der Rest nicht mehr wirklich. Insofern: Congrats zu Deinen Credits auf den Linernotes und hoffentlich kannst Du die Dame bald live erleben. :-)

Jörg Schubert

Lange nix von der blassen Frau gehört und die letzten Schlagzeilen waren nicht schön.

via facebook.com

Anke Bebber

In der Tat, das ist eine sehr ansprechende Neuauflage des Liedes.

via facebook.com

Nikka Costa

thank you for your review ;) 💖💖💖

via twitter.com

Christian

@kiki: Klar ist das alles immer Geschmackssache und zum Glück muss man ja wegen sowas seit ein paarunddreißig Jahren keine Faustkämpfe mehr austragen :)
Ich fürchte nur, trotz Deines Wunsches wird das wohl in diesem Leben mit dem live-Gig nix mehr werden. Sie bleibt, so fürchte ich a musicians musician.
Apropos: Nur Musiker hier in den Kommentaren. Nett.