Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Nils Landgren Funk Unit

Es stand zwar Nils Landgreen auf der Karte, aber wir waren mal davon ausgegangen, dass es sich um einen doofen Druckfehler handelte und nicht um eine billige ostasiatische Kopie des berühmten schwedischen Posaunisten.
Also wollten wir hin.
„Festival am Schloß Hohenlimburg“ stand auch auf der Karte, also fuhren wir los.

Diejenigen, die das Schloss Hohenlimburg jetzt nicht kennen – es liegt oben auf dem Berg in Hohenlimburg. Wie alte Schlösser nun mal so liegen. Wenn man so durch Hohenlimburg fährt – was nicht so die Freude ist – dann kann man schon ganz hübsch hochgucken.
Und währed wir da so hochguckten, entdeckte wir so ein paar weiße Flecken vor dem Schloß. Pavillonförmige weiße Flecken vor dem Schloss. Und einen bühnenförmigen dunklen Flecken vor dem Schloss.
Und wir begannen zu überlegen, ob wir aus den Indizien „am Schloss“ und den verschiedenfarbigen Flecken im Schlossgarten wohl mal so langsam daruf schliessen sollten, ob unsere Ausrüstung (T-Shirt, hohe Hacken, aber keine Jacke) wohl ein totaler Griff ins Klo war.

Glücklichwerweise wurde unsere Überlegung von einer rot-weiß-gestreiften Straßensperre unterbrochen. Wir standen also ein bisschen blöd vor dieser Sperre, während TomTom uns freundlich ermunterte, einfach weiter zu fahren.

Was nun? Alles abbrechen? Doof.
Erst mal gucken? Schwer – wegen der erwähnten Straßensperre.
Umdrehen und umziehen? Doof, wenn man nicht weiß, ob man denn hinterher noch zum Konzert kommt.

Im Endeffekt haben wir dann:

  1. vergeblich ein bisschen versucht, einen anderen Weg zu finden
  2. den Rückweg angetreten, um uns umzuziehen
  3. zu Hause GoogleMaps bemüht und einen anderen Weg gefunden
  4. einen zweiten Versuch unternommen
  5. eineinhalb Stunden im Auto verbracht

Was soll man sagen: Es hat sich alles gelohnt.

Das Schloß liegt wirklich extrem hübsch oben auf dem Berg, die Bühne stand so, dass man direkt dahinter den Blick auf den Sonnenuntergang im Tal hatte. Vor der Bühne war es angenehm leer genug, um fast ganz vorne zu stehen und angenehm voll genug, dass es nicht peinlich war.
Und auf der Bühne stand die Funk Unit, zu der ich jetzt endlich auch aus eigener Erfahrung sagen kann, dass es eine der geilsten Funk-Jazz-Bands ist. Ich hab lange nicht mehr so gute Instrumentalisten zusammen auf einer Bühne gesehen und habe lange nicht so ein gutes Party-Konzert gehört.
Apropos „lange“: Gute zweieinhalb Stunden haben die sieben uns weggeblasen.

Der Herr TheMM, mit dem wir dort waren, hat auch Fotos gemacht – eins nehme ich mir mal hier – seine anderen Bilder findet die geneigte Leserin dann in seinem flickr-Fotoset.

Nils Landgren Funk Unit

3 Antworten zu “Nils Landgren Funk Unit”

  1. joerg sagt:

    Ich sag mal: geil.

  2. TheMM sagt:

    und auch total grossartig ist, wie „normal“ dieser herr landgren ist. nach dem konzert sass er brav am bühnenrand, hielt smalltalk mit den noch anwesenden, liess sich von meiner frau ein paar haribos andrehen und sinierte darüber, dass es doch viel interessanter sei in deutschland zu spielen, da man ja schon 20 jahre lang schweden bespielt hat…

  3. joerg sagt:

    So sind alle Posaunisten *hust* ;-)

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