Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

not the same

Wenn zwei das gleiche sagen ist es noch lange nicht das gleiche.

Kennt Ihr „Friends„? Da gibt es eine Szene, in der Monica Joey auf „möchtest Du noch einen frischen Saft trinken?“ hereinbittet.
Während Sie den Saft einschenkt hat er sich bereits ausgezogen. Und erlebt das erste Mal, dass jemand diesen Satz nicht als Floskel benutzt hat.

Da haben wir aber alle gelacht.

Nur wenn es uns selbst passiert, dann ist das gar nicht lustig. Dann streiten wir uns aufs Blut, weil wir ja schließlich recht haben.

Sagen zwei: „Hey, vielleicht treffen wir uns Samstag Abend?“ und der eine fühlt sich fest verabredet und der andere eher nicht. Und beide sind sich keiner Schuld bewusst. Der eine hat doch „vielleicht“ gesagt und der andere möchte aber gerne.
Passiert so. Haben beide recht, hätte man vielleicht ein Wort mehr reden müssen.

Sagen zwei „Ich hab so einen Stress!„, um einen Termin abzulehnen.
Und der eine denkt: „Weil: am Dienstag ist ja Markt und dann muss ich aus den Sachen ja frisch kochen wenn ich dann mittags wieder da bin und danach bin ich ja auch müde, dann will ich abends keinen Termin haben
Und der andere denkt: „Ich habe ja eine volle Arbeitswoche und wir haben dienstags ja auch die Besprechung, dann bin ich eh erst um sechs zu Hause, dann schaffe ich das schon gar nicht, pünktlich beim Termin zu sein.
Passiert so. Haben beide recht, hätte man vielleicht ein Wort mehr reden müssen.

Sagen zwei „Mein Verhältnis zu meinem Vater ist so schlecht!“ um ihre Niedergeschlagenheit in der letzten Zeit zu erklären.
Und die eine denkt: „Ich seh den gar nicht mehr täglich und wir brauchen immer erst eine halbe Stunde, um ins Gespräch zu kommen.
Und die andere denkt: „Seit kurzem weiß ich: Das Miststück hat mich vergewaltigt und ich träume jede Nacht von ihm und kann ohne Tabletten gar nicht schlafen.
Passiert so. Haben beide recht, hätte man vielleicht ein Wort mehr reden müssen.

Was tun?
Mehr reden, schon klar. Immer. Überall, damit alle wissen was man meint.
Freuen wir uns auf das nächste Geschäftsessen, wo uns die Frau des Chefs mit den Worten „und das ist meine Frau, sie hat vor vier Jahren ihre Bulemie unter Kontrolle gekriegt, hat aber immer noch Probleme an so einem großen Buffet“ vorgestellt wird, wenn wir erwähnen, dass wir ja gar nicht so viel Hunger haben.

Ach nee.

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