Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Opel-Gang. From the watchers point of view. II

Medienkompetenz, Dein Stichwort ist Medienkompetenz.
Aber ich erklärs Dir gerne (wobei ich gar nicht Dich meine, sondern alle, die das offensichtlich nicht raffen)

  1. Wenn Du etwas siehst / hörst / liest, musst Du es erst filtern, denn es gibt verschiedene Arten von Veröffentlichungen. Galore und Coupe. Musik und Werbejingles. Die taz und die Bild. Filme und Fernsehen. Hollywood und Frankreich. Kunst und IKEA-Drucke. Die Werberolle und „Geiz ist geil“. Und eine Menge mehr und eine Menge dazwischen.
  2. Manchmal, und jetzt wird es kompliziert, vermischt sich das alles. Da will der eine einen tollen Tatort drehen, der zweite will künstlerisch wertvoll schauspielern und der dritte möchte gerne Zigaretten verkaufen. Dann tun die sich zusammen – das ist zwar verboten, kommt aber vor. Schau zum Beispiel mal abends um sieben bei Blitz rein und schau, wie viele „Berichte“ in Wirklichkeit Werbespots für eine andere Sendung sind. Und schau, wie viele „Schauspieler“, auf einmal ihre Bettdecke lupfen lassen und das ein Interview nennen.
    Das istIch finde das plump und deswegen superlustig.
    Ach ja, kurze Erinnerung: Du musst immer noch filtern, was Du siehst, denn es sagt Dir niemand.
  3. Die Welt ist nicht gut.
  4. Die Welt ist nicht schlecht.
  5. Werbung ist nicht per se gut.
  6. Werbung ist nicht per se schlecht.
  7. Film, Fernsehen, Radio, Zeitung, Weblogs sind… na? Genau nicht per se gut. Und nicht schlecht.
  8. Du musst filtern, um herauszufinden, was für Dich gut und schlecht ist, was für Dich etwas bedeutet. (Merkst Du was? Du bist schon wieder und immer noch selbst verantwortlich?)

So, das waren die Basics.

Und jetzt noch was ganz wichtiges:
Ein Fernseher hat einen Ausschaltknopf. Ein Kino einen Ausgang. Eine Zeitung musst Du nicht kaufen, ein Weblog nicht lesen. Es gibt niemanden ausser Dir, der dafür verantwortlich ist, was in Deinen Kopf so hineindröppelt.
Wenn Du nicht von einem roten T-Shirt angeschrieen werden willst, geh halt in keinen KIK-Markt.
Wenn Du findest, dass man Marienhof nicht mehr gucken kann, dann schalt ab.
Wenn Du findest, dass Blogger nicht vier Wochen ein Auto fahren und darüber schreiben dürfen, dann lies‘ vier Wochen bei den vieren nicht mehr. Lies doch bei den tausenden anderen. Aber pass auf, vielleicht erzählt gar nicht jeder Blogger so offen, dass Auto, Handy, Urlaub, von dem Du gerade so interessiert liest vom Hersteller gestellt sind – weisst Du’s? Da bist Du – wieder mal – selbst verantwortlich.

Und: Du kannst das nicht verallgemeinern – vielleicht bist Du der einzige, der es nicht lesen will – und alle anderen möchten gerne über den neuen Astra lesen.

Aber bitte hör auf, so um Dich zu schlagen. Das wirkt ganz schnell neidisch und unbedacht, und das wollen wir nicht unterstellen.
Merci.

4 Antworten zu “Opel-Gang. From the watchers point of view. II”

  1. ..und schnell aus der Affäre gezogen.
    Heute Morgen noch gelesen warum der Gute sich da ereifert und am Nachmitag nur noch
    ENDE.
    auf der Webseite gefunden.
    So kann man es auch machen.

  2. joerg sagt:

    Ja, jetzt kapier ich zwar deinen Eintrag nicht, aber geholfen scheint er ja zu haben …
    (Wobei man natürlich zu bedenken geben könnte, dass dich ja auch keiner zwingt das zu lesen, was der Kollege da geschrieben hat. Wer war eigentlich mit „sehr geehrte A-Blogger gemeint“, ich dachte da gibts in Deutschland gar keine?)

  3. liljan98 sagt:

    Wie schön, dass ich wohl wirklich die komplett falschen Blogs lese. Oder zumindest nicht die richtigen. Von der Opel-Test-Geschichte hatte ich irgendwo am Rande mal was gelesen, aber diese Aufregung darüber ist nun komplett an mir vorbeigegangen.
    Aber noch schöner ist, dass ich auch gar nicht das Gefühl habe, dass ich das eine oder das andere hätte lesen müssen. Aber ich bin ja auch nur ein X-Blogger.

  4. joerg sagt:

    Ah, der Text ist wieder da. Und da muss ich aber jetzt mal sagen: ohne inhaltlich dazu Stellung nehmen zu wollen, weil ich wirklich nicht so genau weiß, worum es dabei geht (blogosphärentechnisch leb‘ ich hinterm Mond und das ist bisweilen ganz gut so) … also gut geschrieben ist der jedenfalls.

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