Programmhinweis: Wie verbreite ich meine Bilder im Social Web?

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Ein paar Menschen haben mich nach dem technischen Teil meines kleinen fotografischen online-Lebens gefragt. Also nicht nach Kamera und Objektiven, sondern wo und vor allem wie ich denn meine Bilder so im Web verbreite. Und das habe ich drüben im Fotoblog beantwortet.


Ich verstehs ja, aber … aka. Bestandsaufnahme

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Und dann sehe ich um mich immer mehr den Rückzug ins Private. Gut kochen, die richtigen Serien auf Netflix schauen und man arbeitet ja auch genug und der Ton im Internet ist ja nun wirklich unaushaltbar geworden.

Versteh’ ich.

Und dann sehe ich auf der nicht-mittig / nicht-rechten Seite (oder wie auch immer frau und man sich da gerade positionieren), wie sich um Kleinigkeiten gegenseitig zerfetzt wird. Man ist sich uneins, zefrisst sich in Grabenkriegen und Logikknoten und wird dabei immer extremer, so dass nur noch die ganz extremen Positionen an die Öffentlichkeit dringen.
Bitte googeln Sie an dieser Stelle den Konflikt zwischen der judäischen Volksfront und der Volksfront Judäa, Du Spalter!

Nicht gut.

Und dann sehe ich wie die breite Masse, bis hin zu Freunden von mir langsam aber sicher immer mehr Positionen von ganz rechts übernehmen. Weil die sich vertraueter anfühlen als das kranke Gekeife aus dem uneinen „linken“ Haufen. Und weil es dummerweise keine Mitte mehr gibt. Die guckt nämlich gerade Netflix und der Ton im Internet ist ja nun auch wirklich unaushaltbar geworden.

Und das ist alles zu groß für mich und ich will hier weg – oder wenigstens was gutes kochen und ’ne schöne Serie auf Netflix dazu.


WMDEDGT Oktober 2016

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WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Fünf Uhr fünfunddreißig
Wach. Ich erinnere gerade noch, dass ich im Traum gerade gegen Jürgen Hingsen Hammerwerfen musste und bin dementsprechend gerädert.
Dann erinnert, dass die hochgeschätzte Frau Brüllen ja heute wmdedgt ausgerufen hat und ich mal wieder mitmachen wollen. Dabei festgestellt, dass ich vor einem Jahr das erste mal dabei war und mich gefreut. Sowohl Serien als auch Jubiläen machen mir Freude.

Außerdem fing mein Hirn sofort an, eine Arbeitsproblematik zu wälzen. Ende letzter Woche habe ich für eine langjährige Kundin Ihre Website relaunched und nun gibts noch ein Problem. Es ist ein inhaltliches, nicht so leicht zu lösen und ich habe es gestern zunächst mal meinem Hinterkopf anvertraut.
Oft klappt das bei mir überraschend gut: Gar nicht bewusst über Dinge nachzudenken, sondern einfach einen hinteren Teil des Hirns die Arbeit machen zu lassen, während ich vorne lecker Eis essen gehen kann.
Der Nachteil ist: Mein Hinterkopf wacht dann halt auch mit diesen Gedanken auf. Ohne Lösung, leider. Vielleicht mach ich doch später mal ’ne MindMap oder so.

Sechs Uhr dreißig
Im Feedreader war ein Artikel von EyeEm. EyeEm ist ein Foto-Dings-Dienst, den ich seit einiger Zeit nutze; recht begeistert nutze, um genau zu sein. Denn neben dem üblichen Angebot (Fotos posten, Freunde finden, Kommentare schreiben und Herzchen verteilen) kann ich dort furchtbar viel lernen und rund ums Fotografieren ist Lernen im Moment meine liebste Beschäftigung.
Zum einen werden Bilder dort von Menschen kuratiert. Ich kann meine Bilder in einen Shop geben und langweilige Bilder fliegen aus dem Shop raus. Gute hingegen werden zusätzlich weitergereicht in die sog. „Collection“ – und schon an dieser Wertung kann man ja nur wachsen.
Außerdem gibts regelmäßige Challenges, die mich dazu bringen, mich mal mit bestimmten Themen zu befassen.
Und jetzt gerade entdeckte ich die EyeEm School of Photography und habe mich mal angemeldet. Zehn Wochen mit zehn Lektionen und zehn Challenges – das klingt exakt wie etwas, was ich in den nächsten anderthalb Monaten gerne tun möchte.

Zwölf Uhr dreißig
Die letzten Stunden hab ich bei zwei verschiedenen Therapeutinnen verbracht – einmal, um mir das Seelchen und einmal den schmerzenden Halswirbel wieder einrenken zu lassen. Das ist durchaus nicht ganz wörtlich zu verstehen, weil ich auf „Renken“ nämlich gar nicht so stehe – wohl aber auf sanfte Unterstützung in die richtige Richtung. Beide waren durchaus zufrieden mit mir und ich habe jetzt einfach unfassbar gute Laune.
Im Auto zwischen den beiden Terminen hab ich außerdem noch mit der ehemaligen Bürokollegin aka serotonic telefoniert – auch das ist nahezu immer besser statt schlechter für die Laune.
Läuft also.
Ich denke, wer um halb sechs wach war, darf jetzt ein Mittagsschläfchen halten (Bitte entschuldigt, liebe Mütter und Väter. Ich weiß meine diesbezüglichen Privilegien sehr zu schätzen.)

Fünfzehn Uhr dreißig
Das Mittagsschläfchen dauerte ein nettes Stündchen und wurde durch eine schmusewillige Katze versüßt. So darf das sein.
Danach gings ins Büro hoch, da lagen noch drei offene Enden – unter anderem das heute Morgen im Halbschlaf durchdachte. Das erste Ende ist sorgfälig vernäht, um im Bild zu bleiben, das zweite gebar zwei neue Probleme, die ich jetzt in den Hinterkopf verbannt habe und das dritte wird jetzt in Form einer MindMap gelöst. Beziehungsweise: Ich schreibe mal alle Möglichkeiten auf und dann darf das gern die Kundin entscheiden.
Außerdem ist der aktuelle Plan, gleich noch was rauszugehen und mich mit der aktuellen EyeEm-School-Challenge „dramatic angles“ zu beschäftigen. Wenn Ihr also gleich einen Mann unterm Kirchturm liegen seht, dann bin ich das. Also natürlich nur, wenn Ihr in der richtigen Stadt seid.

Einundzwanzig Uhr
Unter der Kirche lag ich nicht. Als ich kaum 5 Minuten unterwegs an rief die Liebste an, die schon nach Hause gekommen war und wollte mit. Zusammen waren wir dann an diesem Kreuz auf dem Berg (och jo). Und im Stadion (Reinfall). Und heute Morgen, das hatte ich ja fast vergessen, war ich schon unter der Autobahnbrücke im Nachbarort. Ich denke, das ist ein Anfang.

xtremeangles

Was ich an dieser – und überhaupt an jeder Challenge dieser Art wirklich liebe, das ist, dass ich mich mit Dingen auseinander setzen muss – vieleicht Dingen, an die ich bis jetzt so noch nicht gewacht habe, vielleicht auch welchen, die way out of my comfortzone sind.

Als wir wieder drin waren gabs die Rest-Champignons an Bratkartoffeln -hihi- und danach drei Folgen Modern Family.
Und jetzt lieg ich im Bett. Vielleicht guck ich gleich noch kurz bei der RTL-Nackte-Menschen-auf-einer-Insel-Sendung rein. Ich hab gehört, da ist ein Mädel dabei, die ich aus seeligen wer-wird-popstar-Zeiten kenne (die treuen Leserinnen erinnern sich).
Ich fürchte, die muss ich ein bisschen beweinen, dass sie tatsächlich bei diesem Format angekommen ist.
Vielleicht schlafe ich aber auch vorher ein, wer weiß das schon.
Vielleicht reg ich mich aber auch über Oli geißen auf, der da irgendwie eine Erziehungsshow macht.


Du sollst Dir kein Bild machen

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… denn hinterher glaubste Deinem Bild noch.

Aus Gründen habe ich gerade in der Wikipedia darüber gelesen, was für verschiedene Kartenprojektionen es so gibt. Also: Was für Möglichkeiten, unsere runde (ja, wirklich) Erde auf einen Blatt Papier oder einem Bildschirm darzustellen.

Vermutlich kennen wir alle diese Karte:

01_800px-miller_projection_sw

Problem: Diese sog. Miller-Zylinderprojektion ist leider nicht flächentreu – oder in anderen Worten: Man kann sich leider nicht darauf verlassen, dass einzelne Länder im Verhältnis zueinander so groß sind, wie wir es sehen.
Das könnte ja aber auch mal ganz interessant sein, vor allem, wenn man bedenkt, dass unser blödes Stammhirn größere Dinge als wichtiger wahrnimmt.

Möglichkeit eins, damit umzugehen: Man versucht, das ganze anders zu zeichnen und konzentriert sich dabei nur auf die korrekte Abbildung der Flächen. Abstände und damit Entfernungen zueinander gehen, soweit ich das verstanden habe ziemlich flöten:

02_1000px-peters_projection_date_line_in_bering_strait-svg

Sieht seltsam aus, diese sog. Peters-Projektion, aber Afrika, mein Gott, wie groß ist denn eigentlich Afrika? Und wie klein unser Leader of the free world?

Wenn es nicht so seltsam aussehen soll, kann man auch eine Karte auseinander schneiden. bei dieser hier, der Goode-Projektion gibts zwar dann irgendwie Löcher im Meer, aber alles sieht ein bisschen gewohnter aus und man kann besser damit arbeiten:

03_1024px-goode_homolosine_projection_sw

Schon spannend.

Wie ich drauf kam? Ich lag zappend vor einem meiner offentlich-rechtlichen digitalen Lieblingskanäle, als mir auffiel, mit welchen subtilen grafischen Methoden dort ein ganzer Teil der Welt unwichtig gemacht wird. Kann man auch mal drüber nachdenken.

img_5404

Mich würde zB mal interessieren, nach welchen Kriterien ausgewählt wurde, welche Länder in den Vordergrund gerückt sind …

Weitere, alles auch nicht unspannende Möglichkeiten gibts natürlich in der Wikipedia.

Nachtrag:
Giardino hat sich kürzlich eine Karte mit noch einer weiteren Eigenschaft bestellt, die auf sehr angenehme Art und Weise unsere Sehgewohnheiten auf den Kopf stellt (pun intended!):

Diese und andere ungewöhniche Karten gibts auf manywaystoseetheworld.org – danke für den Hinweis!

Bilder:
1) Miller projection von Strebe unter CC-Lizenz
2) Peters projection von Watchduck (gemeinfrei)
3) Goode homolosine projection von Strebe unter CC-Lizenz


Programmhinweis

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Drüben im Fotoblog habe ich mir ein paar Gedanken zum Them Streetfotografie gemacht. Ob ich das möchte, wie ich das möchte, warum das Geld für einen online-Kurs nicht rausgeworfen war. Und ein paar mehr Bilder gibts natürlich auch.


20 al­les über mich ver­ra­tende Ant­wor­ten

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Ok, das finde ich spannend. Johannes hat 20 Fragen ausgegraben, die angeblich alles über mich verraten. Oder so. Mehr zum Hintergrund findet Ihr bei ihm, ich will mal möglichst unüberlegt und spontan ans Antworten gehen.

  1. Ab­ge­se­hen von dei­nem Gott, dei­ner Fa­mi­lie, dei­nem Land und dei­nen Auftraggebern/Wählern (falls vor­han­den), wem gilt deine Loya­li­tät?
    Abgesehen davon, dass fast keinem der genanten meine Loyalität gilt: Meinen Freunden. Wer es geschafft hat, in diesen Kreis* zu gelangen, der kann sich meiner Loyalität sicher sein.
    *) Und wir wissen ja alle, dass man als Erwachsener nur wenige echte Freunde hat, das soll gar nicht so elitär klingen, wie es vielleicht rüberkommt.
  2. In ei­nem so de­tail­rei­chen Grad wie mög­lich: Wie ar­bei­tet dein Ver­stand?
    Schnell. Informationen vernetzend. Manchmal natürlich erschreckend blöd.
    Meist versucht er, erst einmal so viele wie möglich Infos zu bekommen und dann das, was das Stammhirn und die Hormone als erste Reaktion entwickelt haben zu veri- oder falsifizieren. Ich habe ihm dazu außerdem angewöhnt, als Versuch einmal das genaue Gegenteil vom ersten Gefühl prima zu finden und wenigstens einmal zu durchdenken. Klappt nicht immer, hilft aber oft enorm.
  3. Hast du je­mals ge­liebt? Wenn ja, be­schreibe die Er­fah­rung.
    Ja. Ein sehr mächtiges Gefühl, dass mich gleichzeitig sehr groß und sehr klein fühlen ließ. Wenn das Herz offen ist, bist Du ja erstmal sehr schutzlos. Wenn es aber die richtige Liebe ist, dann ist exakt das das großartige: Geschützt, aufgehoben verstanden und warm.
  4. Wenn du ein Tier (kein Men­sch) wärst, wel­ches wäre das?
    Eine Katze. Eigenbrötlerisch aber zu den Freunden höchst loyal und liebevoll.
  5. De­fi­niere „Groß­zü­gig­keit“!
    Geben (Dinge, Zeit, Energie, …), ohne dabei zuerst an sich selbst zu denken oderzu kalkulieren, ob sich „das lohnt“.
  6. Bei was schei­terte dein Va­ter?
    Überraschenderweise gibt es Dinge, die gehören auch nach 15 Jahren Blog-Exhibitionismus nicht ins Netz.
  7. Ab­ge­se­hen von „nichts“: Was oder wen hasst du?
    Unaufmerksamkeit. Und das sage ich nur, weil ich nicht Johannes’ Antwort Wort für Wort hierhin kopieren kann, obwohl sie perfe… ach quatsch, natürlich kann ich:

    Em­pa­thie­lo­sig­keit. Wo­bei ich da schon wie­der em­pa­thi­sch ge­nug bin, um zu se­hen, dass das nie­mand ab­sicht­lich ist. Aber Em­pa­thie kann und muss man ler­nen. Darum be­mü­hen sich al­ler­dings viel zu we­nige Men­schen. Und lei­der ist es mit Em­pa­thie halt auch so wie mit In­tel­li­genz: Wer sie nicht hat, weiß es nicht und fühlt sich gleich­zei­tig auch noch glück­li­cher da­mit.

  8. Du bist in ei­ner töd­li­chen Ge­fahr: Nenne drei Men­schen, mit de­nen du dich in ei­nem Erd­loch ver­ste­cken woll­test!
    Die Frau und die Sista und deren Kerl.
  9. Hast du dich je­mals mit der To­des­strafe be­fasst? Wenn ja, er­zähle mal!
    Ja, habe ich. Sie ist eine logische, bis ins letzte konsequente Folge des Triebs nach Strafe/Rache. Aber ich bin der festen Auffassung, dass es uns erst menschlich macht, dass wir uns an Stellen wo es vernünftige Gründe gibt von unseren Trieben lösen können.
    Und vernünftige Gründe gegen die Todesstrafe gibt es genug. Schon alleine, dass sie keinerlei Schutz vor den mit Todesstrafe belegten Straftaten sichert, sollte Grund genug sein.
  10. Be­schreibe deine Tanz­fä­hig­kei­ten!
    Ich war früher, in einer anderen Dekade sehr viel und sehr gerne tanzen. Zeit- und stilgemäßerweise hatten meine Tanzfähigkeiten viel mit langen Haaren zu tun, die ich damals noch hatte. (Schon mal versucht, auf „Smells like Teen Spirit“ zu twerken? Eben.)
    Da ich dummerweise in der Zeit, in der ich nicht mehr in the Clubs formerly known as Diskos war, alle Haare verlor habe ich keinerlei Ahnung mehr, was ich auf der Tanzfläche tun könnte.
    Klassichen Tanz habe ich ein paar mal begonnen zu lernen und mangels Gelegenheit immer wieder verlernt.
  11. Was denkst du, dass dein ärgs­ter Feind über dich denkt?
    Ich weiß nicht, ob ich Feinde habe, aber ich denke, dass mich Menschen schon seltsam finden können. Ich wirke zu leicht auf andere sehr unsozial (bitte googeln Sie an diser Stelle introvert), dahinter kann man dann aber leicht auf sehr starke Überzeugungen stoßen. Das überrascht dann manche, die dachten, mich könne man leicht überfahren und das erzeugt dann auch gerne mal Abwehr. Quasi das Syndrom „Don’t ever mistake my silence for ignorance, my calmness for acceptance, or my kindness for weakness.“
  12. Auf ei­ner Skala von 0 bis 250: Wo wür­dest du deine In­tel­li­genz ver­or­ten?
    Da ich meinen Intelligenzquotienten auf der klassichen Skala kenne, könnte ich das jetzt umrechnen. Ist mir aber nicht so wichtig, denn wenn ich eins gelernt habe, dann ist es: Intelligenz alleine bringt einem gar nichts, vor allem nichts, was einem für den Vergleich mit anderen Menschen etwas bringt.
  13. In acht oder we­ni­ger Wor­ten: De­fi­niere bitte „In­tel­li­genz“!
    Die Fähigkeit und die Geschwindigkeit Informationen zu verarbeiten.
  14. Was ist in dei­nem Cha­rak­ter die größte Schwä­che?
    Un­ge­duld.
  15. Wie über­prüfst du den Wahr­heits­ge­halt von et­was, das man dir sagt?
    Erstmal schaue ich mir an, wer mir das sagt. Kenne ich sie oder ihn und kann ich ihr oder ihm vertrauen?
    Wie ist die Ansprache? Faktenbezogen oder emotional?
    Dann der nächste Check: Gibt es einen offensichtlichen Grund, dass er oder sie andere Interessen haben könnte als die, die augenscheinlich vermittelt werden?
    Spricht sie oder er mich alleine oder eine große Gruppe an?
    Kommen da Zweifel auf, dann versuche ich, andere, vertrauenswürdige Quellen zu finden. Dabei gelten dann auch wieder ein paar Regeln: Wie schreibt/spricht die nächste Quelle? Legt sie Wert auf Fakten und Transparenz oder auf Emotionen? Und so weiter.
  16. Be­nenne oder de­fi­niere dein Lieb­lings­wort!
    Momentan ist das „organic“. Weil ich mit meiner Nichte darüber sprach, wie seltsam es ist, wenn man, trotz rein deutschsprachigem Hintergrund manche Dinge besser in englisch ausdrücken kann. (Also ihr und mir geht es so)
    Und wir feststellten, dass ihr aktuelles englisches Lieblingswort „organic“ dann den schönen Selbstbezug herstellt: „Es fühlt sich einfach nicht organic an, was deutsches zu organic zu sagen.“
    Seitdem liebe ich es.
  17. Wel­ches der Fol­gen­den Dinge be­rei­tet dir die größte Freude: a) Mu­sik; b) Geld; c) Li­te­ra­tur; d) Wis­sen­schaft; e) Spi­ri­tua­li­tät; f) Golf; g) Es­sen und Wein; h) Filme.
    Musik. Schon immer. Nichts kann so verlässlich große Emotionen hervorrufen wie Musik; in nichts kann ich mich so fallen lassen.
  18. Be­schreibe kurz dei­nen Lieb­lings­hut!
    Entschuldigung, ich habe keinen Lieblingshut.
    Bei anderen Menschen mag ich den Hut der Lieblingsfotografin, der steht ihr extrem gut. Und den, den Stevie Ray Vaughan immer trug.
  19. Wer ist der be­ste An­walt, den du kennst?
    Ich kenne berufsbedingt einen Anwalt, dessen Dienste ich gerne an Kunden weiter vermittle; kennen gelernt habe ich ihn im privaten Umfeld und en schätze ich schon als „richtig gut“ ein.
    Aber ehrlich gesagt darf das auch gerne so bleiben, dass ich keine Anwälte benötige.
  20. Wenn du den Rest dei­nes Le­bens als ein be­rühm­ter fik­tio­na­ler oder re­a­ler Cha­rak­ter le­ben müss­test, wel­cher wäre das?
    Ich kenne keine berühmten Charaktere. Doch, stimmt nicht, ich kenne ein paar Künstler persönlich. Aber ich weiß bei niemandem, wie sie oder er so wirklich lebt – das weiß ich ja teilweise nicht mal bei meinen Freunden. Und deswegen wäre es dumm, diese Frage mit einem Namen zu beantworten.

ein Demokratiestöckchen.

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Isabella Donnerhall hat ein Demokratiestöckchen rumliegen lassen und da möchte ich doch glatt mal wieder was schreiben.

Was bedeutet der Begriff Demokratie für dich – unabhängig von seiner Definition?
In der Schule habe ich im einem ausnehmend guten Philosophieunterricht viel über verschiedene Gesellschaftsmodelle gelernt und ein Eckchen meines Herzchens möchte eigentlich, dass ich ein Anarchist bin (bakuninsche Schule und nein, das bedeutet nicht, dass es keine Regeln gibt).
Aber der Rest des Herzens und der Kopf dazu sind reinrassige Demokraten und unfassbar froh darüber.
Und wenn ich intensiv darüber nachdenke, wenn ich in diese Gedanken mit einbeziehe, was ich nachts so in den History-Dokus über die langen Wege zur Demokratie lerne, dann kann ich tatsächlich fühlen, was für einen Wert wir mit dieser Demokratie an der Hand haben. Das ist etwas richtig großes.

Gleichzeitig habe ich – auch durch etwas mehr Einblick – eine große Skepsis über den heutigen Zustand unserer Parteiendemokratie. „Zu viele Scheiß Bands, zu viel Hype“, wenn Ihr versteht, was ich meine.

In welcher Form bzw. unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen dich außerhalb der Stimmabgabe politisch zu engagieren? Anders gefragt – was hält dich ab?
Ich bn Mitglied einer Partei und ich habe bereits hinter mir: Lokale Gruppe in der Asylarbeit; Deutschunterricht im Asylbewerberheim; Bürgerbegehren gegen eine Entscheidung des Rats dieser meiner kleinen Stadt; Mitglied eines Ausschusses in dieser kleinen Stadt; Mitarbeit in einer Ratsfraktion (nein, nicht Ratsmitglied); Mitglied einer Landesarbeitsgemeinschaft zum Thema Medien- und Netzpolitik.
Alles zusammen gute zwölf Jahre mit immer wieder neuen Anläufen, irgendwo dort eine Form der Mitarbeit zu finden, die ich aushalten konnte.

Um zu beschreiben, was mich abhält möchte ich eine kleine Anekdote erzählen, die damals auf dem ersten Politcamp geschah. Ich war dort mit einem Freund, damals Fraktionssprecher „meiner“ Partei hier im Ort und einer Freundin, wohnhaft woanders, nicht parteipolitisch gebunden, aber mit sehr viel Elan und Bock, etwas zu tun. Je jetzter, je größer, desto besser. Sie fragte ihn, wie sie denn bei sich im Ort denn am besten mal irgendwie was bewegen könne. Und er begann zu erklären: Am besten Du gehst mal zu den offenen Veranstaltungen der Parteien, die Dir nah sein könnten – die müssten da was anbieten; steht meist in der Zeitung. Wenn Du eine gefunden hast, dann geh vielleicht mal zur Mitgliederversammlung, vielleicht gibts da Arbeitsgruppen; manche Fraktionen haben auch offene Fraktionssitzungen. Auf Dauer kann man dann da auch mal kleine Aufgaben bei Aktionen übernehmen und sich, wenn das alles passt auch mal für irgendeinen Posten aufstellen lassen. Auch für einen Platz auf der Liste für die Ratsfraktion kann man sich aufstellen lassen, wenn alles passt und …
Ich erzähle nicht weiter, denn zu diesem Zeitpunkt war ihr Gesicht bereits zu Boden gefallen und ihr Hirn war im StandBy.

Und mir gehts ähnlich. Eine Fraktion in der Größe wie die in unserer Stadt arbeitet quasi nur reaktiv, wirklich etwas gestalten kann man quasi nicht. Außerdem ist auch so eine Partei sowas wie ein Verein und damit sind dann dort Menschen, die mit Vereinsmeierei etwas anfangen können. Es gibt Postenschieberei, wer sitzt, der bleibt und wer Hausfrau oder Lehrer ist, ist klar im Vorteil, weil: Zeit frisst das ganze auch noch. Ist man dann nicht Mitglied der zufällig gerade „regierenden“ Partei macht man auch mal Jahrelang nur Pressearbeit.

Ich bin dafür nicht geschaffen.

Kannst du dir vorstellen freiwillig in einer anderen Regierungsform als der Demokratie zu leben? Falls ja, in welcher?
Sprach ich schon über das theoretische Konstrukt einer Anarchie bakuninscher Prägung? Nein.

Hast du schon einmal „aus Protest“ gewählt? Wenn nein, kannst du es dir vorstellen? Oder wäre Nichtwählen deine Form des Protests?

Nein. Nein. Nein.

Ich beherrsche nicht einmal das gerade für kleinere Parteien oft nötige taktische Wählen (Erst- und Zweitstimme verteilen), weil ich wählen möchte, was ich wählen möchte.
Und nicht zu wählen ist nicht Protest, sondern Ignoranz und Geringschätzung dieser großartigen Gesellschaftsform, die uns unsere Gründerväter ins Grundgesetz geschrieben haben.

Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem politischen Gegner – unter allen Umständen? Gibt es eine Alternative zur Diplomatie?
Das Wort „politischer Gegner“ und die Frage überhaupt berühren ein weiteres Problem, das ich mit der Mitarbeit habe: Ich bin gewohnt, rational und logisch zu denken und zu argumentieren. Gleichzeitig weiß ich, dass es immer eine Meinung oder Sichtweise mehr gibt, als man es sich in seinen kühnsten Träumen vorstellen mag.
Wenn man dann noch mit jemandem nicht spricht, weil er oder sie „politischer Gegner“ ist, dann verzweifle ich. Und wenn man nicht sachbezogen sprechen kann, weil ein politischer gegner im Raum ist, dann auch.

Es ist kompliziert.


The Chick Corea Elektric Band is Back on Tour!

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Dieser Beitrag ist ein bisschen ein reminder für mich selbst. Ich versuche, ihn in eine halbwegs interessante Geschichte zu verpacken, ok?

Ja, ich weiß, beim Wörtchen „Jazz“ verziehen viele den Mund; ich weiß aber auch, dass jemand, der jetzt von woanders mitliest als früher, das nicht tut. Und alle anderen: Lesen Sie ruhig weiter.

Ein Freund, nahm mir damals – als Musik noch auf Cassetten ihre Runden machte – hinter die gewünchten LPs ans Ende der Cassettenseiten immer noch so lange was auf, bis die Seite voll war. Als ich zum Beispiel um Bryan Adams bat (den durfte man damals noch hören, ohne seine Credibility zu verlieren, jaja), fand ich dahinter ein hibbliges Stück Instrumentalmusik. Es war die Chick Corea Electric Band mit „Got a match“

Aha, das war also Jazz.

Jazz zu hören entwickelte sich damals bei ein paar Freunden und mir zu so etwas wie einem sophisticated hobby. Ich will nicht sagen, dass wir uns damit von dem Modern Talking hörenden Rest des Jahrgangs abheben wollten, dass wir fanden, wir wären etwas besseres, aber … ich denke, leider muss ich es genau so sagen. Es war so. Wir fühlten uns was besseres, sorry.
Wir versuchten, in der Teestube unsere Cassetten in die Stereoanlage zu bekommen, wir saßen in Gruppen im Bus und hörten auf schrebbeligen Walkman-Lautsprechern Musik und übten uns lautstark im „Wo ist die eins?“-Spielen. Wir ließen das so richtig raushängen. Ich nehme an, sie haben uns gehasst.

Vor allem, als der Freund es schaffte, dass unsere Musiklehrerin in der 10ten eben exakt meinen Cassettefüller als Thema für die nächste Unterrichtseinheit von ihm übernahm – ja, das war vermutlich der Höhepunkt. Mein Gott, müssen die uns alle gehasst haben.
Naja, als wir vorher mit ihnen Dirty Dancing gucken musten, haben wir sie auch nicht wirklich mit Liebe überschüttet.

Als wir dann zwei Jahre später auf Studienfahrt in London waren, hatten wir den Auftrag unserer Lehrerin, bitte einmal in dieser Woche ein kulturelles Event mitzunehmen. Wärend der Großteil der stumpfen Horde der anderen ohne weiteres Nachdenken Karten für „die Mausefalle“ kauften, durchblätterten wir die Zeitungen und suchten nach Konzerten, die wir in unserer Kleinstadt garantiert nie zu Gesicht bekommen würden.

Strike. Die Chick Corea Electric Band war in der Stadt. In der Royal Albert Hall.
Oh. Mein. Gott.

Ja, war sehr geil. Wir saßen zwar hinter der Bühne, aber die Band entdeckte uns da und spielte mindestens ein Drittel des Konzertes auch mit dem Gesicht nach hinten. Wir saßen als quasi in der ersten Reihe.

Chick, der schon mit Miles Davis das gemacht hatte, was viele als „Fusion“, also als Verbindung von Rock und Jazzmusik und damit unhörbaren hibbeligen Krach, der keinem erkennbaren Muster mehr folgt fürchten, hatte die Electrik Band gegründet, um eben genau das fortzuführen.
Geiler Scheiß.

Und jetzt, kaum 25 Jahre später, schaut nur, schaut nur! Schaut Euch den Trailer an und auch wenn die Musik nicht Eure ist – schaut nur wie viel Spaß die haben. Die müssen bittebittebitte auch nach Europa kommen. Schließt Ihr diesen Wunsch wohl bitte in Eure Abendgebete ein – Ihr würdet einen kleinen jawl sehr glücklich machen.