Richtet Ihr denen drinnen mal was aus?!

Aus der Kategorie »just people«

Die social-Web-verwöhnte Leserin weiß es natürlich: Wir waren gestern Abend Snooker spielen. Das ist an sich nichts besonderes, aber so muss ich nicht mehr mühsam beschreiben, wo wir waren – stellt Euch einfach so eine ganz normale, leicht ranzige Billardhalle mit ein paar Dartautomaten, ein paar Pool-, einem Snookertisch und schlechter Musik vor.

Snookerkugeln

Als wir unsere zwölf zwei Frames nach drei Stunden durch hatten gingen wir Richtung Theke um zu bezahlen.
Und schon beim Näherkommen hatte ich bemerkt, dass dort Ärger in der Luft lag. Kennt Ihr das? Ich merke so etwas vorher. Während meiner Zeit in den örtlichen Punk- und Rock-Diskos hat mich diese Fähigkeit ein paar mal dazu gebracht, kurz vor der Massenschlägerei den Laden zu verlassen. Was natürlich praktisch war.

Gestern dachte ich erst, es ginge um eine Frau – denn die pendelte zwischen zwei Typen hin und her und hielt beide immer wieder davon ab, aufzustehen, Brille und Jacke schon mal wem anderes in die Hand zu drücken und dann »rauszugehen«, während alle anderen angespannt im Kreis drumherum saßen und standen.
Eine halbwegs nachvollziehbare Situation also und die Frau hinter der Theke bedachte uns auch nur mit einem genervten »haha, guckt Euch doch mal um, aber trotzdem Danke«-Blick, als wir Ihr »Ja auch einen schönen Abend noch wünschten«

Der geschätzte Snookerpartner grinste und meinte, er hätte ja durchaus Lust, vor der Tür noch ein Zigarettchen zu rauchen und zu gucken ob die beiden doch noch rauskämen.
Ich hingegen stellte fest, dass ich durch und durch froh war, dass ich nicht mehr im Jugendtreff arbeitete, denn dort wäre ich dann ja derjenige gewesen, der zusammen mit der Frau in der Mitte gestanden hätte. (Und egal, wie sehr sich zwei gerade hassten – wenn der schwule Sozialfuzzi (das war ich) sie dann daran hindern wollte, sich gegenseitig das Gesicht blutig zu schlagen, hatten sie immer blitzschnell wieder einen gemeinsamen Feind. Ihr dürft raten, wen.)

Wir standen also noch draussen, es kam aber niemand raus.
Stattdessen bog ein Bulli auf den Parkplatz, die Seitentür ging auf und ein paar Jugendliche kamen raus, waren sich aber offensichtlich noch nicht so ganz einig, ob sie die Billardhalle jetzt stürmen wollten oder nicht. Dann sahen sie uns und hatten eine Lösung:
»Ey Jungs?«, riefen sie zu uns rüber, »Ey Jungs, sagt ihr denen da drin, sie sind alles schwule Schwanzlutscher und sie werden alle gefickt. Wir ficken sie alle. Sagt ihnen das!«
Und fuhren wieder.

Und wisst Ihr was? Zu meinem tiefen Glück, mich jetzt nicht verantwortlich zeigen zu müssen mischte sich ganz vorsichtig noch etwas anderes: Ich war irgendwie froh, dass ich trotz der bösen fast-vierzig und allem Couch- und Internet-Leben so etwas noch erlebe.


Ähnliche Artikel lesen?

Außerdem schrieb ich zum gleichen oder ähnlichen Themen auch noch …

Ich finde den Artikel super!

Das freut mich natürlich sehr.

Du kannst den Artikel weiter verbreiten
Du meinst, der Artikel könnte auch anderen gefallen? Dann findest Du etwas weiter oben auf dieser Seite, direkt rechts unten am Artikel ein paar Buttons. Damit kannst Du den Artikel per eMail, Twitter, facebook oder google+ weiter verteilen. Ich würde mich darüber freuen.

Mir ein Geschenk machen? Uiuiuiui.
Gefallen Dir meine Artikel immer wieder, schöder Mammon ist Dir aber zu doof? Dann mach mir doch eine Überraschung: Hier findet Du meine amazon-Wishlist mit ausgesuchten und garantiert Freude spendenden Präsenten zwischen fünf und zweitausenfünfhundert Euro – da ist bestimmt was passendes dabei.

Geld? Wow.
Ist Dir mein Artikel darüber hinaus sogar noch etwas wert, dann findest Du bei den Icons zum Verbreiten des Artikels einen flattr-Button. Jeder Euro, der darüber reinkommt geht direkt weiter an netzpolitik.org.

Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

Dein Kommentar:

Du möchtest auch so ein hübsches Bild am Kommentar haben? Die Bilder gibts bei gravatar.com
Die Bedingungen für das Buchen eines kommerziellen Kommentars findest Du hier.