Rote heiße Chili Schoten

Aus der Kategorie »just music«

Es folgen mehrere Geschichten.
Alle sind wahr.
Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

Red Hot Chili Peppers


Am Sonntag Abend waren wir bei den Chili Peppers.

Was eine erbärmliche Vorgruppe. Kurz nach acht hüpften zwei Rapper und ein DJ auf die Bühne und versuchten das Publikum anzuheizen. Hat auch gut geklappt, wenn man eine halbe Stunde lang laut buht und den Mittelfinger in der Luft schwenkt, wird man ja auch warm.

Was ein erbärmliches Publikum. Wahrscheinlich wussten die drei – die ich belanglos genug fand, um jetzt zu faul zu sein, ihren Namen zu googlen – schon, was ihnen blüht, und brachten in der Mitte ihres Sets einen kleinen Rückblick in die Rockgeschichte.
Wie dumm ich war. Ich hatte RHCP-Fans für offen, und musikinteressiert gehalten. Hatte ihnen Geschmack und Stil, unterstellt. Nö. Sobald „Smells like teen spirit“ oder sogar „Smoke on the water“ ertönte (vom Plattenteller des DJs!!) jubelte die Halle.

Peinlich, peinlich. Eine Halle voller alter Rockmusiksäcke. Nur peinlich.

 

Am Sonntag Abend waren wir bei den Chili Peppers.

Nach der schlechten Vorgruppe dauerte es noch mal ca eine halbe Stunde, bis das Licht ausging.
Flea, John und Chad kommen und beginnen Krach zu machen. Sehr funkigen Krach. Geil. Aber kein Song.
Wir hatten vorher überlegt, was wohl der Opener sein würde – „Dani California“ und erst recht „Stadium Arcadium“ erschienen uns beide ein bisschen zu luschig für so einen richtig knalligen Anfang, aber irgendwie schlossen wir alle ältere Sachen kategorisch aus.
Anthony Kiedis kam auf die Bühne und der Krach wurde zu „Can’t stop“ vom 2002er Album „By the way“.
Gleichzeitig explodierte der Bühnenhintergrund und dreiviertel der Hallendecke im Licht – das war nämlich alles Leinwand.

Ich habe noch nie – und das meine ich so – eine so laute Crowd gehört. Ich war definitiv schon auf einigen Konzerten, aber bisher fehlte mir immer die Erfahrung, die man von so tollen Live-DVDs kennt – dass der ganze(!) Saal bis in die letzte Reihe springt und schreit und komplett ausflippt.
Schön, dass ichs nochmal erlebt habe.

Das war definitiv eines der geilsten Konzerte meines Lebens.

 

Am Sonntag Abend waren wir bei den Chili Peppers.

Die Vorband klang schon scheisse. Aber bei Rap-Live-Acts bin ich das ehrlich gesagt nicht anders gewohnt.

Die Chili Peppers klangen auch scheisse. Und der Mischer lief in die alte Mischer-Falle immer wieder das Instrument, das er gerade nicht hörte etwas lauter zu drehen. Der Sound wurde also erstens immer schlechter und zweitens immer lauter.
Ich habe noch nie etwas so lautes erlebt – und natürlich habe ich schon einmal in der Anflugschneise auf der Motorhaube gelegen und Waynes World nachgespielt.

Nach dem vierten oder fünften Stück bin ich dann gegangen. Ich weiss, dass meine Ohren angeschlagen sind, ich muss sie nicht töten.
S. kam 20 Minuten später nach. S. und I., mit denen wir da waren noch einmal eine viertel Stunde später.

Was war das ein scheiß Abend.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

6 Reaktionen

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Am 14.06.2006 um 15:42 Uhr sprach TheMM:

That’s Rock’n’Roll – wenn sich die scheisse mit dem geilsten der welt mischt. ich bin neidisch auf dieses erlebnis…!


Am 14.06.2006 um 18:36 Uhr schriebChristian:

vermutlich hast du recht.
wobei ich bis dienstag aller ohrendruck endlich nachliess echt angst hatte.

aber: DAS war rock’n’roll. eindeutig.


Am 14.06.2006 um 20:43 Uhr meinte joerg:

auch neidisch. meine freunde sind grad aufm weg nach berlin in der selben angelegenheit (morgen abend)

(support hab ich gelesen, ist Dizzee Rascal. war der das etwa, der so schlecht war?! ich bin da nicht so im bilde mit den engländern, aber auf der insel stehn sie total auf den, hab ich gehört. naja, auf einem rhcp konzert vielleicht bißchen unpassend, meint man.)


Am 15.06.2006 um 8:44 Uhr sagte Christian:

Dizzee Rascal.
Ja das kann sein. Das haben sie glaube ich versucht, uns singen zu lassen.
Aber wie gesagt: der Sound war ziemlich grottig. Und über eine völlig übersteuernde Anlage macht es wenig Unterschied, ob jemand Dizzee Rascal oder Schizzo-Anfall gröhlt. Nur so als Beispiel.

(Muss man den kennen?)


Am 15.06.2006 um 8:45 Uhr wusste Christian:

Ach ja, Nachtrag: nach meiner eigenen kleinen Statistik, in der die Situationen gezählt werden, in denen S. was sagt und ichs nicht verstehe höre ich schlechter.

Oder der Müll musste öfter raus :-)


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