Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Sag mal, was machst Du da eigentlich, Christian?

Jugendzimmer 1987Schön, dass Du fragst. Ich hatte ja schon fast befürchtet, dass die wild über facebook, Instagram und Twitter verteilten Bilder von Bass-Fragmenten in verschiedenen Stadien des auseinander- und zusammengebaut-seins nicht unbedingt für jede Leserin Sinn ergeben.

Vorgeschichte etwas ausführlich er: Als ich 16 war, wollte ich Gitarrenbauer werden. Ein Freund und ich wühlten in Katalogen, lasen uns in die Klangeigenschaften verschiedener Holzsorten und Tonabnehmer ein und träumten von Instrumenten. Der Bassbauer, bei dem ich wegen einer Ausbildung vorsprache fragte mich dann aber, ob ich reiche Eltern oder im Lotto gewonnen hätte – oder wovon ich wohl leben wolle. Das hat mich nachdenklich gemacht.

geagedVorgeschichte kürzer: Vor guten eineinhalb Jahren baute ich auf Basis eines Bausatzes meinen ersten Bass – also meinen ersten nicht von der Stange gekauften. Das bauen hat mich voll glücklich gemacht und das Spielen macht es noch heute.

Vor guten zehn Jahren hatte ich mir mal einen Fretless-Bass gekauft. Der klang ganz prima, aber zum einen war das Ding so kopflastig, dass es nicht richtig Spaß machte ihn zu spielen …
Exkurs für nicht-Bassisten: Ein gutes Instrument ist so ausbalanciert, dass es einfach gerade vor dem Körper hängt. Er hängt gerade am Gurt und muss nicht abgestützt werden, beide Hände können sich aufs Spielen konzentrieren. Ist der Bass kopflastig, muss die linke Hand ständig dagegen halten und das ist anstrengend und unbequem.
… außerdem war er wirklich nicht besonders hübsch.

Vor ein paar Wochen schraubte ich also alles abschraubbare ab und brachte das übrigbleibende Stück Holz zum Möbelschreiber. Auf das Stück Holz hatte ich ein in selbst-ausgedachter Form ausgesägtes Stück Sperrholz geschraubt, damit der Schreiner eine Vorlage hatte.

Mehr Mut zur Farbe!Seit vorgestern ist das Stück Korpus wieder hier und das Ergebnis gefällt mir sogar noch besser als gedacht. Seit gestern wird lackiert – da das alte und das neue Holz farblich nicht ganz passt muss ein deckender Lack drauf.
Und es macht wieder alles voll glücklich.

Und morgen erzähle ich Euch von den Linien, die ich ins Griffbrett säge, was das damit zu tun hat, dass ich besser gucken als hören kann und warum ich einen lustigen Engländer brauchte, um mir das einzugestehen.

neuer Korpus mit Hals

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