Schizophren?

Aus der Kategorie »just work«

In der letzten Zeit habe ich noch häufiger als sonst mit Menschen über unser kuscheliges Web 2.0 gesprochen.

Wobei natürlich – wie immer – die Frage, ob man denn da wirklich sein ganzes Leben nun in die Öffentlichkeit stellen müsse ganz schnell ganz vorne stand. Und wo denn die Privatsphäre bleibt?

Gleichzeitig habe ich mal einen oder zwei aufmerksame Blicke auf dieses kleine Blog hier, auf mein Twittern dort drüben und alle anderen Social-Life-Aktivitäten geworfen. Und auf mein echtes Leben hier.

Wer nur von außen hier draufschaut der liest hier ein privates Weblog. Und drüber Notizen aus dem Alltag eines Webdesigners. Oder anders: Ein Web-Tagebuch im schlimmsten Sinne. Mit Katzenbildern und allem was dazu gehört. Und dem übertriebenen Mitteilungsdrang, der Welt per Tweet-Überflutung auch noch ständig mitzuteilen, was ich gerade tue.

Menschen, die mich kennen, die wissen und sagen – und jetzt müsst Ihr sehr tapfer sein, liebe Leserinnen – dass ich „in echt“ anders bin als hier im Blog.

Also nicht komplett anders, weder Blog noch Leben sind Fake, aber das jawl ist eben nur ein Teil von mir.

Ich habe in den letzten Wochen für mich da den Begriff „öffentliche Persönlichkeit“ gefunden. Im Blog, bei Twitter, facebook und Co. findet der Teil von mir statt, den ich in die Öffentlichkeit geben möchte. Damit bin ich dort nicht unauthentisch, damit spiele ich hier nichts vor – ich trenne eben nur zwischen einem öffentlichen und einem privaten Leben.

Wenn man genauer hinsieht ist das aber doch auch völlig normal: Jeder von uns spielt täglich eigentlich diverse Rollen. Jeder hat Verhaltensweisen, Worte oder Gesten, die von Situation zu Situation wechseln. Jeder verhält sich im Job anders als beim Sonntagsfrühstück im Bett. Wenn ich im Anzug beim Kunden sitze benehme ich mich natürlich anders als wenn ich abends mit Katz und Frau vor der nächsten Staffel „24“ versumpfe. Wenn ich mit Freunden in der Kneipe sitze wieder anders und beim Sonntagskaffe bei der Schwiegermami auch.

Wichtig ist doch nur, dass man nirgends etwas spielt. Dass es eben nicht Rollen sind, die man mühsam ausfüllen muss, sondern dass man verschiedene Facetten seiner Persönichkeit zeigen kann.
Und genau so ist eben auch die Online-Persönichkeit ein Teil, eine Facette. Nicht gefaked, nicht vorgespielt, aber eben nur ein Teil.
Und so gar nicht im Widerspruch damit, eine Privatsphäre zu haben, aber öffentlich ein privates Blog zu führen.

Um im großen Bogen zurück zu kommen: Gerade Politiker – mit denen ich ja oft und viel spreche – haben natürlich viele Möglichkeiten. Sie haben ja eh eine öffentliche Persönlichkeit, die im besten Fall authentisch un auch persönlich ist.
Und die kann man natürlich prima auch ins Web transportieren. Aber ich denke, das wird eine eigene Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

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