Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Schutzengel galore.

Wisst Ihr, mir fällt es ja so schwer, regelmäßig tagebuchzubloggen, weil da meist stände: „Bin ins Büro gegangen, habe programmiert, es gab etwas zu essen“

Aber wenn mal etwas anderes geschieht, dann will ich das ja auch gerne erzählen.

Gestern zum Beispiel begann eher doof. es war so gegen fünf, als ich wach genug war um festzustellen, dass die doofen Kopfschmerzträume keine waren, sondern eine mittelsolide Migräne. Solide genug, um die Augen nicht aufzukriegen, nicht schlimm genug, um den Mageninhalt nicht behalten zu wollen, wenn Sie wissen was ich meine.

Ich bleib also im Bett und hatte Glück, es wurde über den Vormittag langsam erträglicher.

Dafür rief die Tierärztin an. Wir hatten vorgestern neue Herztabletten für das Katz bestellt. Sie teilte uns mit, sie könne die wohl bekommen, aber es gäbe da ca zwei Wochen Lieferzeit. Ach?, wenn wir jetzt nur noch bis zum Mittwoch Abend welche hätten, dann müssten wir sie wohl in Duisburg abholen, da hatten wir sie auch her. Hurra.

Naja, der Kopf war frei genug um guter Hoffnung zu sein, also ab auf die Bahn, einmal quer durch das komplette Ruhgebiet. In Duisburg die Tabletten geholt, der Uschi gesagt, dass sie mich wieder nach Hause führen soll, ab auf die Autobahn und rein in den Stau.
Ich stop-and-go-te mich durch die ersten Kilometer und rein in irgendein Kreuz. So eines von den großen im Ruhrgebiet, wisst Ihr? Rechts ne Wand, links ne Wand und dazwischen kommen 4 oder 5 Spuren zusammen. Uschi sagte mir, ich solle sofort wieder rechts rausfahren, also stand ich rechts an der Wand. Fuhr wieder 5 Meter, stand wieder und hörte links ein komisches Geräusch, als ob ein Blech gebogen wird.
Guckte mich um und es war ein Blech, genauer: Meine linke hintere Tür, die gerade von einem LKW eingedrückt wurde. Fand ich doof, so mit der Mauer rechts erst recht, aber mit beherztem Gasgeben kam ich noch raus. Hmpf.

So hab ich dann also die nächsten zwei Stunden auf dem nächst erreichbaren Standstreifen in einem Duisburger Autobahnkreuz verbracht, habe die Polizei gerufen und konnte (Navigationsystem sei Dank quasi überhaupt nicht erklären wo ich war – dass 50m weiter die Kollegen eine Blitze aufgebaut hatten hat mich dann da gerettet). Habe gewartet und hin und wieder mit dem des Deutschen voll nicht mächtigen polnischen LKW-Fahrer sowas wie „yes, we are waiting really long“ ausgetauscht, hatte Glück, dass seine Skizze den Polizisten exakt das beschrieb, was ich auch sagte, nämlich: „Ich stand, er fuhr rein“. Und bin jetzt im Besitz eines unfassbar liebevoll ausgefüllten Unfallberichts, einer polnischen Versicherugskarte und werde ehrlich gesagt gleich versuchen, als Leihwagen irgendetwas mit einer kleinen S-Applikation im Kühlergrill zu bekommen.

Und ich weiß, dass ich in Relation zu den beteiligten Einzelzutaten „Unfall auf der Autobahn“ und „Unfall mit Sattelschlepper“ einfach ganz, ganz unfassbares Glück gehabt habe.

Ich beschließe, dass man in einem normalen Autofahrerleben statistisch einen Unfall mit einem Laster auf der Bahn hat und bin jetzt sehr beruhigt.

Wie gesagt: Wenn mal was los ist, dann blogg’ ich das ja auch gerne.

7 Antworten zu “Schutzengel galore.”

  1. Dentaku sagt:

    Puh.

    (aber wir müssen mal über Statistik reden)

  2. Barbara sagt:

    Wow, da schauderts mich beim Lesen. Super Glück. Ich hoffe der Leihwagen ist toll.

  3. Christian sagt:

    Statistik ist das, was Du draus machst, Dentaku :)
    (Oder??)

    @Barbara: Noch keine Reparatur, kein leihwagen. Erst Anwalt und Sachverständiger – weil Unfallgegner im Ausland. Sagt die Werkstatt – und wer bin ich, denen zu widersprechen?

  4. FrauBruellen sagt:

    Waaaaaaaaaaaaah! (Gut, dass es Dir gutgeht!)

  5. Barbara sagt:

    Kein Leihwagen, langes Warten auf die Reparatur….. das ist ganz übel. Mein Mitgefühl. Ich hoffe du brauchst den Wagen nicht beruflich.

  6. Christian sagt:

    @Barbara: Er fährt ja, ich hab halt nur etwas unschöne Streifen an der einen Seite. Und ich bin da immer noch sehr positiv gestimmt.

  7. Umarm. Krasse Nummer. Hat was aus dem kath. Sauerland zu kommen, so wegen „Schutzengel“ und so…

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