Science Slam in Dortmund am 25.4.2014

Aus der Kategorie »just people«

Als ich ihr gestern Mittag davon erzählte, staunte die weltbeste serotonic „Ach, sowas gibts in Eurem Kaff?” Nein, natürlich nicht. Aber in Dortmund; und Dortmund ist ja nicht weit.

Was gibts nicht in unserem Kaff? Einen Science Slam. Du weißt nicht, was ein Science Slam ist? Ganz einfach: Man braucht eine Bühne, einen Beamer, ein paar Wissenschaftler oder Menschen, die zu einem wissenschaftlichen Thema etwas erzählen mögen und ein bisschen Publikum. Nicht verkehrt ist ein guter Moderator. Als Hilfsmittel ist alles erlaubt, was in den Raum passt und „nicht mit den Brandschutzvorschriften kollidiert”.
Die Wissenschaftler bekommen jeweils zehn Minuten Zeit, ein Thema ihrer Wahl vorzutragen und das Publikum stimmt mittels Applaus-Lautstärke über den Sieger des Abends ab.
Der breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde das Format durch Giulia Enders und ihren wunderbaren Vortrag zum menschlichen Darm. Kann man sich auch mal angucken.

zeche-zollernGestern also Science Slam in Dortmund und wir waren dabei. Genauer: In der Zeche Zollern.
Mit einer Zeche kriegst Du mich ja eh sofort, mit so einer wunderschönen mit ganz viel zu gucken und einer tollen Halle als Veranstaltungsort erst recht. Ich kann so was immer schlecht schätzen, aber gefühlt zweihundert Menschen waren gestern Abend da – eine schöne Kulisse also.

Den Anfang macht ein ganz wunderbarer Moderator, der die Leute blitzschnell auf Stimmung brachte – obwohl die Abstimmung ergab, dass höchstens ein Viertel von ihnen vorher schon einmal auf einem Slam waren. Die Reihenfolge der fünf Slammer wurde ausgelost und dann begann der erste Vortrag zum Thema „tödlicher Genuss” und klärte die Frage, ob man wirklich die Kerngehäuse von Äpfeln nicht isst. (Spoiler: Ja, es entsteht Blausäure).

Dann erzählte eine kleine Goth-Psychologin von ihrem Lieblingsthema „Der Unterschied zwischen Sadisten und grausamen Sadisten. Und Psychopathen.”. Sie zog das alles am allseits bekannten und beliebten Harry-Potter-Psychopathen Lord Voldemort auf und fand interessante Parallelen zu den sieben Todsünden aus der guten alten Bibel.

science-slamEs folgte ein Forensiker der erzählte, was man aus einer abgefeuerten Waffe alles heraus lesen kann. Also er, wir nicht. Spoiler: Wenn Ihr mal jemanden erschießt, ist ein laufender Hochofen danach ein guter Ort für die Waffe, wenn ihr nicht erwischt werden wollt. Alternativ der Marianengraben oder der Mond.

Nach einer kurzen Pause berichtete eine Archäologin vom Im-Schlamm-Robben in engen Höhlen und von den Gesichtern der Museumskuratoren, wenn sie mit der Bohrmaschine an Ausstellungsstücken Proben nehmen will.

Und den Schluss machte ein Paläontologe, der seine Behauptung, er wäre Paläontologe geworden, um ewig Kind bleiben und weiter mit Dinos spielen zu können zumindest mit seinem grandiosen Humorverständnis vollkommen belegen konnte. Spoiler: Ob man einen Knochen oder einen Stein vor sich hat, kann man durch einfaches Lecken an der Probe feststellen. Das ist auch garantiert nicht unhygienisch, jedenfalls wenn man der erste ist, der es testen möchte.

Und das alles war so unfassbar unterhaltsam und spannend, so witzig und lehrreich, dass wir erstens schon nach weiteren Terminen Ausschau gehalten haben und uns zweitens den ganzen Rückweg darüber unterhielten, wie geil es gewesen wäre, wenn uns damals in der Schule in den obligatorischen Berufs-Orientierungstagen mal so jemand etwas über seinen Beruf erzählt hätte. Oder ob man vielleicht heute an Schulen dieses Format etablieren kön… und dann haben wir geseufzt.


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