Service am Kunden. Nicht.

Aus der Kategorie »just people«

Anfang des Jahres bestellte ich mir aus Gründen ein Blutdruckmessgerät. Blutdruckmessgeräte braucht man, wenn man sie braucht einigermaßen regelmäßig.
Vor ein paar Tagen machte es beim Benutzen »Pfffffffffff«, die Luft kam nicht in der Arm-Manschette an und ich entdeckte ein kleines Loch am Übergang vom Schlauch zur Manschette.

Ich kramte also die Verpackung aus dem Keller, suchte bei amazon das Lieferdatum raus und rief den Hersteller an. „Bludruckmessgeräte sind Kleingeräte“, lernte ich, „die werden von einem outgesourcten Service-Dienstleister versorgt, die haben eine eigene Website, warten Sie, ich diktiere …“
Die selbe Adresse hatte ich inzwischen auf einem der Zettel in der Pckung gefunden; zum Glück aber auch eine Telefonnummer. Ich hatte es nämlich gefühlt eilig – siehe weiter oben: regelmäßige Nutzung.

Also wählte ich die nächste Telefonnummer (unnötig zu sagen, dass es eine teure 0180irgendwas-Nummer war, oder?) und hörte erst einmal eine Ansage, die mir vorschwärmte, dass ich gar nicht umständlich anrufen müse, sondern auch die tolle Website nutzen könne. Oder, wenn ich wirklich das Telefon nutzen wolle, dann könne ich auch dranbleiben. dann klickerte es ein wenig, es tutete, es klickerte und eine zweite Stimme teilte mir mit, dass ich auch die Website nutzen könne. Und legte auf.

Meinen Blutdruck ging’s prima, da brauchte ich gar kein Messgerät, um das zu wisssen. Vielleicht sogar zu prima.

Ich guckte mir die Website an und fand verschiedene Möglichkeiten: Ich konnte einen Servicefall anmelden, eine Reklamation anmelden, ich konnte einen Umtausch anmelden und ich konnte Kontakt aufnehmen. Für die ersten drei Möglichkeiten brauchte ich eine Gerätenummer nach dem Muster XX 1234, die ich definitiv nirgends finden konnte.
Ich wollte das alles nicht.

Bei einem verzweifelten Blick auf die vielen Zettel in der Verpackung entdeckte ich noch eine eMail-Adresse – hurra. Also: Eine eMail formuliert und darin darauf hingewiesen, dass ich das Ding brauche. Täglich. Und deswegen, weil es im Moment mit etwas Gaffa gerade noch geht, ungerne das Gerät einschicken möchte, aber ein paar Fotos angehängt hatte.

Klick – Senden.

Ping – eine eMail:

Sehr geehrter Absender, Sie haben eine eMail an blubb geschickt. Seit 1985 haben wir ein tolles Internetportal, wo Sie bitte unser super Formular benutzen mögen. Natürlich können Sie auch Ihre eMail, die Sie uns geschickt hatten hier kopieren und dort einfügen: (nach diesem hübschen Vorschlag: Gähnende Leere)

Also habe ich die Bilder in ein PDF gepackt, das PDF in den Public-Ordner der Dropbox gelegt. Dann die Mail aus dem Sent-Ordner gefischt, den Link rein- und alles zusammen in das Kommentarfeld kopiert. Und vertrauensvoll auf „Senden“ geklickt.

Seitdem warte ich. Das war alles im April.


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Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

3 Reaktionen

Am 09.05.2012 um 20:52 Uhr meinte rebhuhn:

ihh. vielleicht veröffentlichst du hier mal den firmennamen? obwohl, … wenn die schon ihre mails nicht lesen… -.-


Am 09.05.2012 um 22:07 Uhr wusste Christian:

Ach, vielleicht später, mal sehen. Aus guter Erfahrung denke ich, die brauchen einfach noch ein bisschen …


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ihh. vielleicht veröffentlichst du hier mal den firmennamen? obwohl, ... wenn die schon ihre mails nicht lesen... -.-
Ach, vielleicht später, mal sehen. Aus guter Erfahrung denke ich, die brauchen einfach noch ein bisschen ...