Soundtrack meines Lebens: Welcome home (Sanitorium)

Aus der Kategorie »just music«

Beim Lesen beim Bosch etwas entdeckt und für gut und nachahmenswert befunden. In loser Folge stelle ich hier Stücke vor, an die ich mich erinnere und/oder mit denen ich besondere Situationen verbinde. Folge 4 von …

Über die Scorpions und meinen Weg zur etwas härteren Rockmusik hatte ich ja schon letztens geschrieben. Der Weg ging recht schnell – vermutlich weil man als 15-jähriger recht schnell begreift, dass die Gleichung »je härter desto schockierender« ganz gut funktioniert. Glücklicherweise hatten Metallica gerade die »Master of Puppets« rausgebracht – und die war damals schon recht weit vorne. Also in Sachen »härter«.

Ein Freund hatte mir damals eine Cassette geliehen, die er sich von der Cassette eines Freundes überspielt hatte, die der sich von einer Cassette überspielt hatte, die sich jemand aufgenommen hatte. Das Ergebnis rauschte natürlich etwas ziemlich wie Hulle, aber hinter dem Rauschen war auf der A-Seite »Master of Puppets« und auf der B-Seite »Somewhere in Time« von Iron Maiden.

In meiner Klasse waren sonst zu dem Zeitpunkt gerade Modern Talking und Dirty Dancing angesagt – für die härteren Jungs vielleicht auch Duran Duran – und so hatte ich – zusammen mit einem Freund – schnell meine Außenseiterrolle inne. Und das sogar ohne Band-Shirts, Kutte und auch noch ohne lange Haare. Das ging soweit, dass wir Anlagen-Anfass-Verbot auf den Partys in den 80er-Jahre Partykellern bekamen.

Interessanterweise lernte ich damals dann aber auch, dass – Außenseiter hin oder her – ein paar Mädchen gerade das interessant fanden. Ich unterhielt mich vor ein paar Tagen noch mit der geschätzen Blog-Kollegin darüber, dass die Rollen »bleicher Musiker mit Drogenproblem und Hang zum Exzessivem« und »bleicher Musiker mit Depressionen und Hang zu tiefgründigen Texten« durchaus anziehend auf das andere Geschlecht wirken können. Besten Dank, liebe Lu, dass Du mir meine 20 Jahre alten Vermutungen damit irgendwie bestätigt hast.

Da in dem Alter ja die Hälfte der Kontaktaufnahme zwischen den Geschlechtern über »Nimmst Du mir/ich nehm Dir mal ne Cassette auf?« stattfand, war ich also oft damit beschäftigt, so etwas wie »die schönsten Heavy Metal-Balladen« auf 90 Minuten TDK SA-X 90 zusammen zu stellen.
Dummerweise sah ich das alles immer hauptsächlich musikalisch, hatte die Gesamtzusammenhänge noch nicht so ganz begriffen und war deswegen manchmal doch arg überrascht sowohl über gebrochene Herzen als auch über ein dem Cassettenaustausch folgendes Knutschen.

Später lernte ich dann sowohl auch wieder allgemeinheitskompatiblere Musik schätzen als auch, mich von solch zwischenmenschlichen Situationen nicht zu sehr überraschen zu lassen. Über eins von beiden schreib ich dann später in dieser kleinen Reihe noch mehr …

Alle Beiträge dieser Reihe kannst Du hier finden.


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