Soundtrack meines Lebens: Young turks

Aus der Kategorie »just music«

Beim Lesen beim Bosch etwas entdeckt und für gut und nachahmenswert befunden. In loser Folge stelle ich hier Stücke vor, an die ich mich erinnere und/oder mit denen ich besondere Situationen verbinde. Folge 3 von …

Etwas später bekam auch die Verwandschaft mit, dass ich mich für Musik interessierte und so bekam ich zu einem Geburtstag das Doppelabum »Absolutely Live« von Rod Stewart geschenkt.

Und ich konnte erst einmal überhaupt nichts damit anfangen. Das Cover wirkte – gemessen am damaligen Miami-Vice-Stil – seltsam roh, auf den Innenhüllen prangte Herr Stewarts Lendengegend in einem Leopardentanga und die Musik passte so gar nicht zum glattgebügelten »Baby Jane«, das gerade in den Charts war.

Trotzdem: Irgendetwas berührte das Album in mir. Rod Stewart war damals schon ein chauvinistischer Dinosaurier aus den späten 70ern, seine Musik hing irgendwo in der Luft zwischen schon zu viel Pop und noch irgendwie Blues und Rock – und er selber: War mit seinem Leopardenklamotten sowieso völlig jenseits.
»Blondes have more fun«, so sagte er damals und suchte sich schon da – konsequent bis zum Letzten – seine Freundinnen alle paar Jahre neu. Insgesamt: Alles ziemlich indiskutabel – aber: Es hatte einen Stil. Und der war konsequent bis zum letzten durchgezogen.

All das merkte ich wohl irgendwo – und zusammen mit den großen Träumen über die Rod sang machte mir die Geschichte von Patti und Billy das Dorf um mich herum doch sehr, sehr eng. Ich hatte das erste Mal Rock’n’Roll geschnuppert.
Erst Jahre später – als es schon nur noch peinlich war, den Namen »Rod Stewart« anders als abfällig in den Mund zu nehmen – mochte ich das Album wirklich. Da hörte ich Jeff Becks Gitarrenarbeit und kannte Kim Carnes und auch Tina Turner, die Rod sich jeweils zu einem Duett auf die Bühne geholt hatte. Und wusste es zu schätzen, dass »Sailing« noch nur eine ganz hübsche Ballade und nicht das Lied von der ersten Kuschelrock-CD war.

In der Liste meiner ab irgendwann später streng durchnummerierten Cassetten war die Aufnahme die Nummer eins. Und irgendwie passt das auch sehr gut.

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