Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

ThrowBack-Wednesday in Aachen

Instagram-Kumpels haben es heute mitbekommen; ich habe meinen dritten Urlaubstag damit verbracht, sehr spontan nach Aachen zu fahren und dort erstens ein bisschen herumzulaufen und zweitens meine alte Zivi-Heimat mal zu besuchen.

Ich bin oben auf den Berg gefahren von dem aus man so einen hübschen Blick über die Stadt hat …

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… weil da die Kapelle steht, für die wir Zivis damals zuständig waren und in der eventuell auch mal jemand Musik aufgenommen hat, weil der Raum so einen schönen Hall hätte haben können. Hab ich eventuell einmal gehört.

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Danach wollte ich in den Dom, aber Aachen feiert gerade die Heiligtumsfahrt. Genauer feierten heute die Kinder der Grundschulen – was praktisch dann bedeutete, dass die Stadt überfüllt war von Grundschulklassen. Die rannten um den Dom und suchten, an welchem Zaunabschnitt das Bild hing, das sie gemalt hatten. Und stritten, warum das Bild von Kevin über ihrem hing.
Die andere Hälfte der Kinder machte gerade irgendeine Rallye. Und ganz offensichtlich hatten alle Schulen beschlossen, dass Kinder sich doch bei so einer Rallye gut wiederfinden können, wenn jedes Kind eine Trillerpfeife hat. Der Plan funktioniert übrigens nicht so superdolle gut, wenn alle Klassen aller Schulen auf diese Idee gekommen sind. Aber lustig laut war es.

Vor dem Eingang zum Dom stand eine ca. 100m lange Schlange und wartete geduldig, dass die Messe endlich zu Ende ging und sie rein durften.
Ich hab mich dann nicht angestellt, mich statt dessen auf dem Platz vor dem Rathaus gesetzt und einen Kaffee getrunken. Und mich daran erinnert, wie damals bei unserer Schulfahrt in dem Brunnen in der Mitte unsere Zwölfer saßen und Rülps-Wettbewerbe abhielten – und wie sie damit den Grundstein dafür legten, dass wir sie für einen Haufen prolliger, peinlicher Volldeppen hielten. Die Stimmung auf dem Oberstufen-Schulhof war nach dieser Fahrt etwas abgekühlt.

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Dann bin ich raus zum Klinikum gefahren, weil ich mich erinnerte, dass eben eine solche Fahrt eine meiner ersten offiziellen Aufgaben als Zivi war. Mein Chef meinte nämlich, das sei so hässlich, das müsse man gesehen haben. Und so bekam ich den Dienstbulli und die offizielle Anordnung, ich solle mir das ansehen. Erwähnte ich, dass ich eine ziemlich coole Dienststelle hatte?

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Wo ich schon einmal an diesem Ende der Start war bin ich natürlich auch noch rüber nach Vaals gefahren und habe im Albert Heijn Zucker und Fett gekauft. Nom.

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Und dann bin ich zu meiner alten Dienststelle gefahren, habe allen Mut zusammen genommen und geklingelt.

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Ich sags mal so: Manche Erinnerungen lässt man besser unangetastet. Oder anders: Die katholische Kirche hat – was ich ja eigentlich auch begrüße – ein Mitglieder-Problem. Was dann aber dazu führt, dass aus einer lebendigen Pfarre mit prima Leuten, die mir damals fast noch einmal die Rückkehr in die Herde schmackhaft gemacht hätte eine Ansammlung halb leerer Häuser wird, die von den übrig gebliebenen verwaltet werden muss. Das war etwas deprimierend.

Trotzdem liebes Tagebuch war das insgesamt ein schöner dritter Urlaubstag.

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