Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Top!-Kunde

Die ein oder andere Leserin weiß vielleicht, dass ich hier in der sogenannten DSL-Diaspora lebe. Means: Dass ich hier zwar DSL 16000 bezahle, aber nur DSL 1500 zur Verfügung steht.
Na gut, an guten Tagen auch mal DSL 1550.
Damals hatte man mir gesagt, das würde bald ausgebaut und ich solle gelegentlich mal nachfragen.

Da ich in den letzten Tagen eine ganze Menge Filme zu YouTube hochschaufeln muss geht mir das im Moment gerade gehörig auf den Sackenkel und ich hab heute mal wieder nachgefragt.

Erster Versuch: Ich guck dirket im Web. Da gibt es natürlich diverse Verfügbarkeitsprüfungen und – für die Looser wie mich – auch eine Liste, in die man sich eintragen kann.
Das geht aber nur, wenn man der THome gleichzeitig erlaubt …

dass meine bei der Deutschen Telekom AG und der T-Mobile Deutschland GmbH hinterlegten, erforderlichen und freiwillig angegebenen Vertragsdaten weitergeleitet und von diesen einzeln oder gemeinsam bis zum Ende des Kalenderjahres, das auf die Beendigung des jeweiligen Vertrages folgt, zur Kundenberatung, Werbung und Marktforschung verwendet werden.

Och nö.

Also ans Telefon.
Die erste Hotline erklärte mir, dass hier noch nicht ausgebaut sei (achwas?) und sie mir auch nicht sagen könne wann ausgebaut würde. Durch wiederholtes Nachfragen enlockte ich ihr dann die Existenz sowie die Durchwahl einer sogenannten „Bauherren-Service-Hotline“ – und das wären die einzigen, die so etwas wüssten.

Also habe ich da angerufen. Und landete bei einer Frau, die mich relativ entrüstet anranzte, dass ich natürlich nicht die Bauherren-Hotline erwarten könne, wenn ich die allgemeine Service-Nummer anriefe. Hatte ich aber nicht. Und wiederholte die Nummer, die ich gewählt hatte.
Ja, hm.
Ob ich vielleicht Top-Kunde sei?
Ich wusste davon noch nichts, wir schauten gemeinam nach (also: ich nannte meine Telefonnummer und sie schaute nach) und sie stellte fest: Wir sind Top-Kunden.

Ich war kurz ein wenig stolz.

Dann aber wollte ich doch gerne wissen, wann denn endlich auch unsere Top!-Strasse denn ausgebaut würde und Top!-DSL 16000 bekäme.
Das könne mir nur der Top?-Bauherren-Service sagen.
Aber das hätte ich ja gerade versucht, da sei ich ja bei ihr gelandet.
Ja – (wichtiger Tonfall) – weil ich ja Top!-Kunde sei, würde das System meine Nummer erkennen und mich gleich – sozusagen Top!-priveligiert – an ihr Top!-CallCenter durchstellen.
Hm. Ob sie mich vielleicht durchstellen könne?
Nein. Aber ich können ja vielleicht vom Nachbarn aus anrufen. Meine Top!-Nummer würde immer gleich Top!-wichtig ins Top!-Kundencenter weitergeleitet. Also am Bauherren-Service vorbei. Immer.

Ich hab dann meine Rufnummernübermittlung ausgeschaltet und beim Bauherren-Service erfahren, dass die auch nix wissen. Zumindest für dieses Jahr nicht. Und später bei Unitymedia, dass Internet via Kabel hier noch nicht ausgebaut ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ehrlich gesagt kann ich das alles nicht so richtig glauben. Also: Dass hier immer noch DSL-Diaspora ist und bleibt – das schon. Aber dass wir Top-Kunden sind und deswegen manche Nummern nicht erreichen und dass mir eine Telekom-Callcenter-Frau ernsthaft empfiehlt vom Nachbarn aus anzurufen … das fällt mir schwer.

(Ich bekam letztens die Rückmeldung, dass meine Hotline-Geschichten immer irgendwo in der Mitte den Punkt überschreiten, wo sie glaubhaft sind. Es tut mit leid. Es war wirklich so.)

2 Antworten zu “Top!-Kunde”

  1. Moritz sagt:

    Nach deinen Hotline-Geschichten bin ich mir immer nicht sicher ob ich lachen oder weinen soll.
    Ich drücke dir die Daumen das es irgendwann mal besser wird.

  2. Christian sagt:

    tja. manchmal weiß ich das auch nicht….
    Hab gerade zufällig Jan Delay gehört: Für viel Geld verkauft ihr ihnen totale Scheiße
    Schrott Pcs mit Anleitung voll Fragezeichen
    Schickt sie in überteure Warteschleifen
    Darum ist es an der Zeit für euch ins Gras zu beißen.

    … sagt er. Aber soweit isses ja noch nicht. Dann lieber lachen.

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