Überwachungs-Kino

Aus der Kategorie »just people«

Falls hier jemand mit juristischen Grundkenntnissen mitliest …

Nehmen wir mal an, jemand geht ins Kino. Kauft sich unten im Foyer seine Eintrittskarte und marschiert ca. eine halbe Stunde später hoch zum Kino.
Sieht dann beim Öffnen der Tür eher zufällig an der Innenseite der Kinotür, dass da ein »Raubkopierer sind Verbrecher … (sehr groß) … und deswegen überwachen wir diesen Raum mit Nachtsichtgeräten (recht klein)« – Plakat hängt.
Wird dann von einer sehr unfreundlichen Frau dazu gezwungen, sein Handy auszuschalten – nein, es geht nicht um lautlos, Sie können sonst den Film mitschneiden, Sie machen das aus sonst kommen Sie nicht rein.
(Wundert sich nach dem Film, dass das Plakat verschwunden ist)

Nehmen wir das also mal an …
Erstens: Ist das insgesamt rechtlich ok?
Und zweitens: Falls ja – das müsste doch schon unten an der Kasse angekündigt werden, oder?

Abgesehen davon: Liebe Filmindustrie, falls Ihr also gerade nach wirklich wirkungsvollen Möglichkeiten sucht, die Menschen aus den Kinos zu treiben – so geht’s.
Geht doch sterben.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

5 Reaktionen

Am 19.11.2010 um 8:45 Uhr sprach Dentaku:

Ich glaube, dass die Nachtsichtgeräte — wenn sie nicht aufzeichnen können — noch nicht einmal angekündigt werden müssten. Telefone ausschalten lassen (sogar in Verwahrung nehmen) dürfte zwar bedenklicher aber auch noch erlaubt sein.

Aber nett ist anders.

(und Du hast noch den Raupkopierer-sind-Verbrecher-Kurzfilm vor dem Hauptfilm vergessen)


Am 19.11.2010 um 8:55 Uhr meinte Christian:

Den hab ich verpast. Gott sei dank waren wir zu spät …

Aber – im Ernst: Du meinst, das ist alles in Ordnung? Ohne dass ich vorher informiert werde?


Am 19.11.2010 um 9:11 Uhr kommentierte Dentaku:

Tonaufzeichnungen müssen vorher sogar vereinbart (nicht nur angekündigt) werden, Videoüberwachung muss nur nach relativ schwachen Regeln begründet werden (da gab es vor Jahren mal einen Gynäkologen, der zu seiner „Erbauung“ seine Arbeit mitgefilmt hat; dem konnten sie nichts anhaben, weil die Filme ohne Ton waren und er sie nicht veröffentlicht hat).


Am 19.11.2010 um 9:39 Uhr kommentierte Moritz:

Ist es nicht spannend den alten Medien beim langsamen sterben zu zusehen. Wie sie strampeln, nach luft schnappend jeden Halm ergreifend um sich wieder eine Daseinsberechtigung herbeizulügen und dabei vergessen auf ihre Kernkompetenzen zu setzten.

Obwohl der Eventcharakter eures Kinobesuchs ja nicht zu leugnen ist…..


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

[...] Trotzdem waren wir wieder im Kino. Red haben wir geguckt. Einen netten, belanglosen Abend nach einem anstrengenden Wochenende nach einer anstrengenden Woche hatten wir erwartet. [...]