Warum ich Apple Music …

Aus der Kategorie »just tools«

Zuerst kurz was zu meinem Musik-Hör-Verhalten:
Hier in diesem Haus stehen ein paar hundert CDs, ein paar hundert Kassetten und ein paar hundert LPs. Und auch, wenn sich darunter ein paar obskure Fehlkäufe befinden (wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Patsy Kensit in „Leathal Weapon II“ zwar eine mein jugendliches Hirn arg verwirrende Liebes-Szene hatte aber wirklich gar nicht singen konnte?) … – wenn es darunter also auch ein paar Fehlkäufe gibt, so mag ich das meiste davon sehr gerne. Die Kassetten habe ich irgendwann sicher eingelagert, das Tapedeck (was ein anachronistisches Wort) steht aber noch neben meinem Schreibtisch, ebenso wie der Plattenspieler.
Aber zum täglichen Hören nutze ich natürlich den Computer, im Auto und beim Spazieren das iPhone und im Wohnzimmer iPhone und AppleTV. Dazu habe ich alle CDs digitalisiert natürlich auch immer wieder mal was in iTunes gekauft und irgendwann im Spotify begonnen, Playlists mit den alten LPs und Kassetten anzulegen.
Ein großes Durcheinander also.
Außerdem mag ich selbst zusammen gestellte Playlists, quasi die heutigen Mixtapes. Ich pflege zum Beispiel mit großer Hingabe eine Liste mit seltsamen Cover-Versionen, die Ihr alle auch auf Spotify hättet abonnieren können. Pöh.

Warum ich Apple Music liebe:
Weil es dieses Durcheinander auflöst. Ich habe das erste mal seit vielen Jahren alle Musik an einem „Ort“. Wenn ich für eine längere Autofahrt das iPhone betanke, muss ich mich nicht mehr zwischen Spotify und iTunes entscheiden.

Weil ich Interpreten, von denen ich schon ein paar Alben in irgendeiner Form besitze jetzt bequem vervollständigen kann. (Also: Ohne überlegen zu müssen, ob das erste Album von XY jetzt eine Spotify-Playlist oder eine digitalisierte CD im iTunes ist)

Weil ich also endlich wieder so etwas wie eine Musiksammlung habe.

Weil die von Apple kuratierten Playlists erstaunlich gut zum nebenher-Hören oder auch zum Entdecken neuer Musik sind.

Warum ich Apple Music hasse
Weil die Helden der Benutzeroberflächen die Entwicklung von iTunes und Apple Music irgendwie an eine Pratikanten-Abteilung bei GIMP ausgelagert haben. Es ist die Hölle.
Ich habe Stunden damit verbracht, herauszufinden, wie ich Musik aus der Cloud in eine Playlist bekomme. (Musik in Apple Musik suchen. Klick auf die drei Punkte. Im Kontextmenu „zu meiner Musik hinzufügen“ wählen. Irgendwas zwischen 3 und 30 Sekunden warten. Nochmal die drei Punkte anklicken und feststellen: Das Menu hat sich verändert! Jetzt „Hinzufügen“ anklicken und die gewünschte Playlist auswählen.)

Weil Apple keine fehlertolerante Suche hinbekommt. Schon ein Vertipper zeigt mir statt der gewohnten „meinten Sie …?“-Vorschläge einfach eine leere Seite.

Weil ich die ganze Zeit Angst habe, dass sie es vergeigen und wieder einstellen und ich meine mühsam zusammengestellten Playlists jetzt in stundenlanger Arbeit umsonst umgezogen habe.
Weil ich Angst habe, dass dann alles weg ist. Und weil ich sowohl Spotify als auch Apple Musik nur über Screenshots „sichern“ kann.

Fazit:
Für mich überwiegen die Vorteile. Einrichten muss man so etwas nur einmal und wenn man Wege zur Bedienung gefunden hat, dann gehts ja auch irgendwie (wenigstens etwas, was ich aus 17 Jahren Windows gelernt habe).

Und/aber: Schon während meiner Simfy- und Spotify-Nutzung hatte ich ständig ein ungutes Gefühl. Das hat sich jetzt potenziert und so nutze ich Apple Music manchmal genervt aber an sich recht begeistert und kaufe mir alles, was ich wirklich haben will wieder auf CD oder Vinyl.


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