Weihnachten 2006

Aus der Kategorie »just people«

Ich merke ja, dass mir Weihnachten von Jahr zu Jahr egaler wird. Schon, dass ich einfach „Weihnachten“ schreiben kann und nicht ein zynisches „tolles Fest der Liebe“ oder so etwas herablassendes brauche.

Aber es ist mir egal.
Jahrelang habe ich darum gekämpft, meinen eigenen Umgang zu finden. Zu sondieren, was ich mag, und was ich nicht mag. Welche Bräuche und Rituale ich mitmachen mag und welche nicht. Um welches Kaffeetrinken ich mich drücken wollte und wen ich gerne zu diesem Anlass treffen mochte.

Und weil es eben immer ein Kampf war, weil es eben immer gar nicht darum ging, zusammen ein „Fest der Liebe“ zu feiern sondern eher der Kampf um „dieses Jahr kommt Ihr aber am ersten Weihnachtstag zu uns und nicht zu seinen/ihren Eltern“ gefochten wurde – deswegen ist es mir jetzt egal.
Ich mag nicht mehr kämpfen.
Deswegen sitze ich gleich eine Stunde leer lächelnd da, übermorgen leer lächelnd eine Stunde dort, gehe nicht zum Turmblasen um dort Freunde zu treffen und morgen vermutlich nicht zur Weihnachtsmatinee. Habe keine Karten gemacht und werde mich morgen mal in Ruhe an ein bißchen liegengebliebene Arbeit und das letzte Level meines aktuellen Auto-Rennspiels begeben.

Deswegen bedeuten mir auch die Rituale, die S. und ich uns schaffen wollten anscheinend gerade nichts mehr – und das ist schon sehr schade. Aber anscheinend war es mir nicht möglich, das eine loszulassen und dabei das andere zu bewahren. So etwas passiert manchmal, wenn von allen Seiten an Dir gezogen wird. Ich hoffe, da findet sich etwas wieder.

Und so wird es vermutlich die nächsten Tage hier recht leer sein. Aber vielleicht finde ich mich ja dort in der Leere – wenn ich mich schon im Kampf der letzten Jahre nicht finden konnte.

Der geneigten Leserin und dem geneigten Leser wünsche ich, dass Ihr eine gute Zeit habt, wie auch immer und warum auch immer Ihr sie dort und so verbringt, wie und wo Ihr sie verbringt.
Ich wünsche Euch keinen Kampf und Zeit, Platz und Raum, dass zu tun, was Ihr tun möchtet. Zu feiern oder nicht zu feiern. Gemeinsam oder alleine zu sein. Und – egal was Ihr tut – es mit der Gewissheit zu tun, dass es das ist, was Ihr gerade wollt.
Ich fürchte: Das ist der größte Wunsch. Aber man muß ja mal anfangen.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

2 Reaktionen

Am 25.12.2006 um 15:25 Uhr schriebMelody:

Ah, wer weiß: Vielleicht war dies einfach nur ein faules Ei unter den ungezählten Weihnachten und nächstes Jahr rutscht alles an die halbwegs richtige Stelle. Man weiß es ja immer erst, wenn es so weit ist.

Alles Gute fürs restliche Fest und viel Zeit für dich/euch.


Am 26.12.2006 um 13:09 Uhr schriebChristian:

kurzer Statusbereicht zwei Tage später: es ist toll, so ganz mit mir alleine. Gar nicht leer, sondern ruhig :-)


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