Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Wenn die die Klassenfahrt sind, bin ich die Jugendherberge. Oder so.

Einfach ist es, darüber zu erzählen, dass gestern Pia, serotonic und Johannes hier waren. Sie nannten es Klassenfahrt und schickten eine Threema (ja, ich nutze das noch) als sie im Rheinland losfuhren, sie schickten Nachrichten bei jedem Autobahnwechsel und ich schnibbelte vorfreudig derweil Gurken und Paprika, rührte Dips und Rührei.
Und als sie hier waren saßen wir ein paar Stunden um den Tisch und verputzten das alles und quatschten, als sähen wir uns täglich.

Oder, in anderen Worten: Wir hatten halt eine äußerst nette Frühstücksverabredung.

Etwas weniger einfach, vor allem im Jahr 2016, ist es, darüber zu erzählen, warum wir uns trafen. Warum sie gestern oder letztens ich uns mehrere Stunden durch ein paar der meistbefahrenen Autobahnkilometer Deutschlands quälen, um uns zu treffen.

Wir alle haben uns kennen gelernt, als Blogs noch etwas anderes waren. Johannes und ich kennen uns sogar seit 14 Jahren, wir alle zusammen saßen vor 10 Jahren das erste Mal an einem Tisch. Blogs waren damals kleiner und persönlicher, gleichzeitig vielfältiger als das, woran man heute denkt. Es gabe keine Strick-, Näh-, Crafting- und Mutti-Blogs, keine Business-, Medien-Watch-, SEO- und Vegan- oder andere Foodblogs. Heute bleiben meist alle in ihren eigenen Blasen bleiben und haben außerhalb wenig miteinander zu tun. Damals reichte es, ein Blog zu haben.
Denn wir schrieben all das auf einmal, unsere Blogs waren unsere Spielwiese, auf der wir das Internet ausprobierten, auf der wir uns selbst ausprobierten und gleichzeitig das Medium erfanden. Und egal, wohin unsere Reisen, wohin unsere Blogs und wohin wir uns entwickelten – die Blogs waren immer persönlich und ehrlich und es ging letztlich immer um den Menschen dahinter.
Und diese Menschen habe ich damals kennen gelernt, gelesen und dann auch mal getroffen. Ich kannte erst ihre Blogs und ich wusste, dass ich sie mögen würde, bevor ich sie traf. Wie Pia letztens schrieb: Sie …

sind Menschen, die mir sehr nah sind. Emotional. Vertraut. Ich glaube, sowas würde ich heute auf so einem Treffen mit lauter Fremden gar nichts mehr finden. Man musste schon diese eine besondere Schraube locker haben, um 2005 Tagebuch ins Internet zu schreiben. Unser gemeinsamer Nenner.

Heute versuchen Kommunikationsprofis oft ebenso verzweifelt wie erfolglos, ihren Kunden diesen Zauber zu erklären, den Blogs, vorher Foren und Mailinglisten und später jede andere Form von SocialMedia-Dings zu Beginn haben.
Aber während sie das versuchen, haben diese Menschen ihren Platz an meinem Herzen eingenommen und ich weiß sicher, die gehen da auch nicht wieder weg.

Auf die nächsten zehn, Ihr Lieben.

5 Antworten zu “Wenn die die Klassenfahrt sind, bin ich die Jugendherberge. Oder so.”

  1. Pia sagt:

    Och nööö. Jetzt muss ich echt heulen. Hab‘ Dich sehr fest im Herzen, mein Lieber! ❤

  2. Ach, 💞! Wie ich schon persönlich (!) sagte: Ich bin so froh, dass ich dich nach so langer Zeit immer noch kenne. Du warst schließlich der erste Mensch aus dem Internet, der mich zuhause besuchte. Was für ein Glück, dass du du bist und nicht ein Arsch oder so. 😏😘

  3. Christian sagt:

    *Grinst Johannes und Pia an*

    … und freut sich: Frau Nelly! Jetzt bin ich aber sehr gerührt, dass Sie hier noch vorbeischauen …!

  4. […] Menden-Ausflug. Zu­sam­men mit Frau Sero und der täg­li­chen Pia fuhr ich nach Men­den zu Herrn und Frau Jawl. Wir hat­ten so­ooo1 viel Spaß, dass ich nicht ein­mal ans Snap­pen ge­dacht habe. Ja, un­glaub­lich, was? Blöd nur, wenn man für vier­ein­halb Stun­den Tref­fen vier­ein­halb Stun­den auf der Au­to­bahn ver­brin­gen muss. Fa­mi­lie Fi­scher, viel­leicht wollt ihr doch mal über ei­nen Um­zug nach Bonn nach­den­ken? (Er­leb­nis­be­richte gibt es auch bei Pia, Chris­tian.) […]

Mentions

  • Ta­ge­buch KW 14/2016 – 1ppm von Johannes Mirus
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