Wenn wir schon von Mord sprechen

Aus der Kategorie »just links«

1949 wurde er wegen Mordes an 21 Häftlingen zu 21mal lebenslänglich verurteilt, doch der nächste Richter hatte Gnade mit dem Mann und begrenzte seinen Gefängnisaufenthalt. [..] Jetzt geht es um Christian Klar. Bei dem man sich ernsthaft fragt, warum er schon nach 24 Jahren raus will? Nach nur 24 Jahren! Nach allem, was er getan hat. Gefährlich, wie er ist […] Aber wofür man hier in der Bundesrepublik bestraft wird, oder nicht bestraft wird, kommt darauf an, wer das Opfer ist.

Debatte um Christian Klar – Wenn wir schon von Mord sprechen


Ähnliche Artikel lesen?

Außerdem schrieb ich zum gleichen oder ähnlichen Themen auch noch …

Ich finde den Artikel super!

Das freut mich natürlich sehr.

Du kannst den Artikel weiter verbreiten
Du meinst, der Artikel könnte auch anderen gefallen? Dann findest Du etwas weiter oben auf dieser Seite, direkt rechts unten am Artikel ein paar Buttons. Damit kannst Du den Artikel per eMail, Twitter, facebook oder google+ weiter verteilen. Ich würde mich darüber freuen.

Mir ein Geschenk machen? Uiuiuiui.
Gefallen Dir meine Artikel immer wieder, schöder Mammon ist Dir aber zu doof? Dann mach mir doch eine Überraschung: Hier findet Du meine amazon-Wishlist mit ausgesuchten und garantiert Freude spendenden Präsenten zwischen fünf und zweitausenfünfhundert Euro – da ist bestimmt was passendes dabei.

Geld? Wow.
Ist Dir mein Artikel darüber hinaus sogar noch etwas wert, dann findest Du bei den Icons zum Verbreiten des Artikels einen flattr-Button. Jeder Euro, der darüber reinkommt geht direkt weiter an netzpolitik.org.

Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

10 Reaktionen

Auch kommentieren? Zum Formular

Am 10.04.2007 um 7:57 Uhr sagte joerg:

Ich hab das jetzt schon mehrfach verlinkt gesehen, leider nie mit einer Erklärung, was der Beitrag eigentlich sagen soll. Ich verstehe schon nicht, warum so viele Nichtjuristen an einer Frage rumdoktern, die sie gar nicht entscheiden können.


Am 10.04.2007 um 9:44 Uhr meinte Christian:

ich finde ihn in der laufenden Debatte eine interessaante Ergänzung – bzw mal einen anderen Blick darauf.
Die Rufe nach „’so einen‘ kann man doch nicht wieder freilassen/begnadigen/…“ sind so laut, dass sich eben keiner mehr um juristische Grundlagen kümmert.
Und wenn schon Polemik, dann auch mal solche :)


Am 10.04.2007 um 14:57 Uhr sagte joerg:

Eben, so schien mir das nämlich. Als nicht wirklich sinnvollerer Beitrag als das spiegelbildliche Geschrei von Bild&Co*. So gesehen natürlich schon sinnvoll in sinne der Ausgewogenheit. Ich hoffe, das zuständige Gericht lässt sich weder von den einen noch den anderen leiten, sondern nur vom Gesetz.
(* Die Autorin scheint mir z.B. zu verkennen, dass es trotz des Gleichbehandlungsgebotes keine Gleichheit im Unrecht gibt, aber das nur am Rande.)


Am 10.04.2007 um 15:12 Uhr kommentierte Christian:

Ja, sinnvoll finde ich so einen Artikel schon. Eben weil er auf der Geschrei-Ebene den Blick auch auf die andere Seite lenkt.
Ich denke (hoffe?) schon, dass jemandem, der jetzt völlig unreflektiert und vor allem völlig juristisch unbeleckt nach „Im Knast versschmoren lassen“ schreit, weil die ja „so unvorstellbar böses getan haben“ so ein Maßstab gezeigt wird.
Denn die wenigsten, die gerade schreien, kennen sich mit dem deutschen Recht aus, das ist wohl klar…


Am 10.04.2007 um 20:30 Uhr sagte joerg:

Ja aber. Wenn ich die richtig verstehe, findet die Autorin, dass die NS-Schergen viel zu kurz gesessen haben. Stimmt, der Meinung kann man sein. Aber was folgt daraus für den Fall Klar? Gar. Nichts.
Als Argument in der gesellschaftlichen Diskussion gegen „Bild“&Co ist der Hinweis auf diese verschiedenen Maßstäbe vielleicht brauchbar (wobei ich selbst da finde, dass das Zusammenrühren nicht zusammengehörender Dinge nicht besonders redlich ist, aber gut, warum soll man die nicht mal mit deren eigenen Waffen schlagen?), aber die Haftdauer vonwemauchimmer wird nunmal (zum Glück!) nicht in der gesellschaftlichen Diskussion entschieden. Nicht von Franz Josef Wagner und nicht auf den Panorama-Seiten des „Stern“. Zum Glück, wie gesagt.


Am 10.04.2007 um 21:31 Uhr kommentierte Christian:

: Aber was folgt daraus für den Fall Klar? Gar. Nichts.

Klar. Stimmt.

Ich denke auch, dass wir uns völlig einig sind und von zwei verschiedenen Dingen reden.
Ich mag die Provokation, die man mit solchen Vergleichen erreichen kann. weil dann selbst die Gröhler vielleicht mal einen klitzekleinen Moment innehalten müss(t)en und evtl einer dann in dem Moment den wert der deutschen Verfassung und ihrer Gesetze in den Kopf bekommt.
(mei, was simma optimistisch heute)


Am 11.04.2007 um 19:34 Uhr wusste Dave-Kay:

Vordergründig folgt daraus für den Fall Klar gar nicht,s, außer dass er von Seiten der Justiz mit härteren Handschuhen angepackt als die Nazis. Weiterhin macht es einem klar, welche ekelhaftes Spiel da Seitens Medien und Regierung betrieben wird, denn nicht einer der Prozesse gegen die Nazis war mir bekannt und im Allgemeinen dürfte ein Schnitt durch das Volk ähnliche Ergebnisse bringen.

Bei Herrn Niggemeier hat das jemand schön auf den Punkt gebracht, es geht nicht um die Maßstäbe der Dame, es geht auch nicht um unsere Maßstäbe, es geht um die Maßstäbe der Justiz, der politik und der Presse. (Die Fragwürdigkeit dieser maßstäbe steht im Vordergrund des Artikels)
Und Herr Joerg, an der Stelle müssen sie sich die Frage gefallen lassen, worin ihr Argwohn gegen diesen Artikel begründet liegt.


Am 12.04.2007 um 12:22 Uhr sagte joerg:

Kein Problem. Die Antwort ist: in der Unsachlichkeit. Die ist nun meinetwegen hier berechtigt, mindestens ist sie verständlich, aber eben vorhanden. Und der „Bild“ würden wir sie auch nicht durchgehen lassen.
Wenn wir von 1 einzigen Gericht sprechen würden, das für die gleiche Tat gegenüber dem Nazi Milde walten und den Linksterrorist schmoren lässt, ja dann! Aber die Justiz – wer oder was soll denn das sein? Und was für Maßstäbe soll die haben?
(Und nochmal: es gibt keine Gleichheit im Unrecht. D.h. wenn angenommen einer zu Unrecht zu kurz gesessen hat, gebietet es die „Gerechtigkeit“ eben nicht, auch einen anderen früher rauszulassen. Klingt komisch, is aber so.)
Beachten Sie, ich selbst habe gar keine Meinung geäußert, was mit dem Klar passieren sollte, ich sag nur, wie man sich jedenfalls keine bilden kann.


Am 12.04.2007 um 18:54 Uhr schriebDave-Kay:

Da sagen sie was. Wenn es nur 1 Gericht gewesen wäre ja, dann könnte man konkreter argumentieren, ja, man wäre näher an einer Sachlichkeit, ja, und verdammt, man hätte nicht das Gefühl, dass das ganze System stinkt, denn wahrlich das tut es.
Der Trubel den man um die beiden aktuellen RAF-Figuren macht, die Vehemenz mit der man sie schlecht redet, ja geradezu verteufelt in vielen Instanzen, mit der man in Frage stellt, welches Recht sie wohl auf ihr Freilassung haben, die stinkt so erbärmlich wenn man sich im gleichen Moment die in aller Stille „quasi rehabilitierten“ Nazis vor Augen führt, dass es in der Nase brennt.

Sehen sie, es geht überhaupt darum zu sagen, der Klar hätte viel früher raus kommen müssen, der Mann saß und sitzt zu Recht ein, aber wer momentan unter den verschiedensten Steinen alles hervor kriecht und medienwirksam zu verhindern sucht, dass Herr Klar auf freien Fuß kommt und welche Begründungen dafür vorgebracht werden (irgendein CDU-Heinz brachte zB die Witwe Schleiers als Maßstab ins Spiel), das haut mir den Kit aus der Brille, echt.

Und am Ende kann ich es nicht unsachlich finden zu sagen, es sei sehr wohl relevant WEN man getötet hat, da es sich schlicht so darstellt.


Am 13.04.2007 um 8:18 Uhr sprach Christian:

Ich seh das ja so: Wie gesagt, eigentlich zwei Themen.

Das eine: der juristische Standpunkt. Wichtiger und richtiger als alles andere. Wie es eben so ist in einem funktionierdenen Staatssystem guckt man im Zweifelsfall ins Gesetz. Da gibts dann oft genug noch Ermessensspielräume, aber an sich sollte das reichen.

Das andere, (leider) wesentlich populärere: die Stammtisch-Diskussionen (the growling formerly known as „gesundes Volksempfinden“, formerly known as „Werte“) darüber, dass „die“ natürlich nicht freigelassen werden dürfen.
Auch nicht unwichtig, da oft ein guter Gradmesser, ob das System noch so richtig ist oder ob es angepasst werden muss.

Das Dilemma: Menschen, die es besser wissen sollten – zB weil sie hohe politische Ämter innehaben – erblöden sich nicht, auf Stammtischniveau einzugreifen. Erst mal „Reue“ zu fordern, bevor man überhaupt auch nur nachdenkt oder ähnliches. Die grosse Boulevard-Presse tutet eh ins gleiche Horn, war ja schliesslich auch ihr Haus das 72 brannte.

Und ein letztes Häufchen aufrechter Demokraten wedelt einsam mit der Fahne mit den Werten unserer Gesellschaft und viel zu oft wird das in einen Topf mit Sympathisantentum geworfen und im Endeffekt landet auf einmal der Jurist, der die entsprechenden Paragraphen zitiert in der RAF-Sypathisantenecke, weil „sonst könnte er ’sowas‘ ja nicht fordern“.

Also wie so oft gilt es, zu differenzieren. Lesen bildet, Wertschätzung eines Systems auch. Auch wenn es heute vielleicht mal jemandem einen vermeintlichen Vorteil zukommen lässt, den man persönlich nicht mag.

Und anderseits ist ein polemisiernder Artikel aus der anderen Ecke auch mal nicht schlecht, der macht nämlich, dass Menschen losdikutieren. My two cents :)


Dein Kommentar:

Du möchtest auch so ein hübsches Bild am Kommentar haben? Die Bilder gibts bei gravatar.com
Die Bedingungen für das Buchen eines kommerziellen Kommentars findest Du hier.