Wir müssen aufpassen, ganz schrecklich aufpassen …

Aus der Kategorie »just people«

… dass wir die Umwelt nicht zerstören.
Vielleicht könnten wir bis übernächstes Jahr aufhören, Dreck reinzupumpen. Oder bis 2025?

Oder vielleicht ist das auch nicht so dringend, wenn wir dafür an die Regierung kommen, wenn dafür unser Lieblings-Parteispender weiter billig produzieren kann oder wenn der neue SUV doch sogar Fernsehen auf den hinteren Sitzen hat, das muss man ja auch alles mal abwägen.

 

… dass die Schere zwischen arm und reich nicht zu weit auseinander klafft.
Vielleicht könnten wir als Anfang Hartz IV-Beziehern 5,- mehr im Monat geben. Oder sogar 6,-?

Oder vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, die könnten ja auch arbeiten und wie soll man die denn sonst noch sanktionieren wenn sie es nicht wollen?
Und man muss auch mal an die deutschen Familienunternehmen denken, die sind ja die Stütze unseres Landes und dass die wenig Steuern zahlen ist ja auch alles rechtlich ok. Die können ja sonst gar nicht rentabel arbeiten, das stellt man sich immer so leicht vor.

 

… dass wir die Bildung nicht vernachlässigen.
Vielleicht können wir eine Arbeitsgruppe gründen, die mal versucht, alle Kultusminister an einen Tisch zu bringen.

Oder vielleicht ist es doch besser, wenn Bildung Ländersache bleibt, die werden bestimmt schon was tun und bis dahin haben sich an den meisten Schulen auch schon engagierte Eltern gefunden, die putzen und renovieren und das Prinzip der Fördervereine hat sich ja auch etabliert und wenn man auch Quereinsteiger ran lässt, dann fällt das kaum auf, dass uns Lehrkräfte fehlen.

 

… dass rechte Meinungen nicht wieder in der Gesellschaft Platz finden.
Vielleicht können wir selbst einfach wieder ein bisschen konservativer werden, dann geht das bestimmt vorbei.

Oder vielleicht sogar mehr als ein bisschen, dieser Linksterrorismus ist ja auch gefährlich. Wir haben kein rechtes Problem in Deutschland, schließlich sind wir seit exakt mai 1945 Nazifrei. Getötete Ausländer oder Anschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte sind bedauerliche Einzelfäller verwirrter, computerspielsüchtiger Jugendlicher und deswegen können wir auch diesen ganzen sogenannten Initiativen gegen rechts die Unterstützung abdrehen. Kostet ja alles Geld.

 

… dass wir Kinder überhaupt nicht überlasten, sie sind unsere Zukunft.
Vielleicht können wir die Tage mal wieder eine Schule besuchen und die Presse dazu einladen?

Oder vielleicht ist es doch besser, wir bleiben bei einem Schulsystem, was sich die alten Preußen im vorletzten Jahrundert ausgedacht haben. Und wo wir doch gerade Luther feiern, sollten wir uns eh mal an unsere protestantischen Prinzipien erinnern – auch wenn Wissenschaftler einig was anderes sagen: Uns hats ja auch nicht geschadet, mitten in der Nacht in der Schule zu sitzen und Hausaufgaben zu bekommen. Immerhin prügelt doch keiner mehr – da kann man doch auch bitte in zwölf Jahren alles Wichtige lernen.

 

… dass wir gut miteinander statt gegeneinander leben in der Gesellschaft.
Vielleicht könnten wir der ARD sagen, dass sie mal wieder diesen Tatort mit dem Asylbewerber im Rollstuhl zeigt?

Oder vielleicht ist es doch besser, wenn wir nicht zu laut über Integration reden, jetzt letztens wollten ja sogar schon Eltern, dass ihre behinderten Kinder aufs Gymnasium kommen und Thorben-Hendrik da eine Lücke in den Lebenslauf brechen. Und diese Asylbewerber, die sollen bitte in ihren Heimen bleiben. Wenn die quer durch die Stadt wohnen, dann hats plötzlich überall Burkas auf den Straßen als deutscher kann man dann ja schon mal ein ungutes gefühl bekommen. Das ist schon ganz richtig, die alle zu kasernieren, nicht arbeiten zu lasssen und ihnen Essensmarken statt Geld zu geben; man sieht doch, die wollen auch gar nicht arbeiten und ihre Handies kriegen sie ja offensichtlich auch ohne Geld irgendwo her.

 

 

Oh, entschuldigt, meine Überschrift war falsch.

Sie muss lauten: Vielleicht hätten wir schon vor vielen Jahren aufpassen müssen.


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