WMDEDGT März 2016

Aus der Kategorie »just people«

WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Sieben Minuten nach fünf
Das Katz steigt auf mir herum. Schnurrt, ist schmusig, will sich aber partout nicht einfach bei mir unters Kinn klemmen und da noch eine Stunde schlafen. Nein, sie will mich wach haben. Aber so richtig.
Als ich wach bin, geht sie zufrieden raus.
Hoffentlich kann ich nochmal einschlafen.

Sechs Uhr zwei
Das Katz steigt auf mir herum. Schnurrt, ist schmusig, will sich aber partout nicht einfach bei mir unters Kinn klemmen und da noch eine Stunde schlafen. Nein, sie will mich wach haben. Aber so richtig.
Als ich wach bin, geht sie zufrieden raus.
Ha, aber wo ich einmal wach bin, gehe ich ihr nach und gebe ihr ihre Tabletten Frischkäsekugeln mit knackiger Füllung. Seit wir letzte Woche in der Tierklinik waren, hat sie neue Herztabletten und die sollem im Idealfall wirklich exakt alle 8 Stunden gegeben werden. Das ist für uns Menschen ein ziemlicher Scheißrhythmus, aber nun ja.
Katz freut sich größtenteils über den Frischkäse, spuckt auch nur eine der drei Tablettenteile wieder aus und ist nachher kaum mit Frischkäse verschmiert. Ich werte das als Erfolg.
Auf dem Weg nach oben begegnet mir die Liebste und fragt „Sind wir jetzt wach?“ Ich zeige ihr stumm einen Vogel und lege mich nochmal hin.

Acht Uhr dreißig
Na gut, dass geht. Ich gehe runter und wir frühstücken vor dem Kinderfernsehen. Checker Can und dann die Pfefferkörner. Wir highfiven darüber, das wir keine Kinder haben und schmieren eine extra Schicht Nutella auf die Brötchen.

Neun Uhr zwanzig
Ich wandere ins Büro hoch; grob geschätzt sollte ich die letzten Übersetzungen, die mir der Kunde gestern geschickt hat, in einer halben Stunde online haben.

Ein Uhr
Logisch, ne? Es wurde etwas mehr als eine halbe Stunde. War aber nicht schlimm.

Schlimm war dann die nächste Stunde. Letztens rief hier nämlich die Telekom an und erklärte mir, ich wolle doch jetzt bestimmt auf die attraktive VoIP-Telefonie umstellen. Als ich erklärte, die wäre nicht attraktiv und ich wolle nicht, erklärten sie, ich müsse trotzdem.
Außerdem müssen Sie wissen: Ich lebe hier in der DSL-Diaspora. DSL 1450, um genau zu sein. Zahlen tue ich aber DSL 16.000, weil mir die Telekom jahrelang versprach, da würde bestimmt bald ausgebaut. Und ein bisschen wegen „never change a running system“.
Mein Internet beziehe ich aber seit Jahren von Unitymedia. Die bieten mir auch einen VoIP-Telefonanschluss, den ich bis jetzt nur nie genutzt habe. Man hört ja soviel schlechtes über VoIP.
Meine Logik also nmach dem Anruf der Telekom: Wenn ich jetzt eh VoIP nutzen muss, dann kann ich ja auch komplett zu Unitymedia wechseln.
Da ich aber eine dunkle Ahnung hatte, dass das nicht ganz leicht würde, außerdem befürchtete, dass unsere Handyverträge irgendwie an den Festnetz-Vertrag gekoppelt sind, wollte ich gerne mit einem Menschen sprechen. Am besten mit einem fähigen. Und da ich weiß, dass in unserem T-Punkt fähige Menschen anzutreffen sind, bin ich runter in die Stadt gefahren.
Ich traf im Laden aber zuerst einmal: Meinen ehemaligen Oberstufenkoordinator. Der, der sich nicht zu blöde war, mich damals vor der halben Schule zur Sau zu machen, weil ich seiner Meinung anch nicht anständig gegrüßt hatte. (Er hatte dummerweise vergessen, dass wir uns morgens schon gesehen hatten.) Der, der die katholische Privatschule verließ, als sie ihm zu modern und offen wurde und sich nach einer traditionelleren Schule umsah. Man munkelt, dort hätte dann noch Zucht, Ordnung und bewährte Erziehungsmethoden wie Knieen auf Erbsen oder Wasserfolter geherrscht.
Ich lächelte ihn freundlich an und grüßte, er raffte nicht wer ich war und guckte schnell weg. Wir wiederholten dieses Spiel mehrfach, weil er dort war, um sich „einige Videodokumentationsschnipsel von seinem alten Handy auf sein neues Handy überspielen zu lassen.“ Wahrscheinlich Schüler auf Erbsen.
Außerdem traf ich den ehemaligen Vorsitzenden der CDU-Fraktion des Ortes – unser Verhältnis war überraschenderweise schon immer von einer herzlichen Abneigung geprägt.
Und vor mir war ein ehemaliger Kunde, der mich ebenfalls nicht erkannte. Naja, nachdem er zehn Minuten lang die Identifikations-SMS an seine Frau hatte schicken lassen, weil er seine und ihre Handynummer verwechselt hatte und seine Frau danach nicht in der Lage war, den richtigen Ident-Code durchzugeben, hatte der wohl auch anderes zu tun.
Kaum 45 Minuten nach Betreten des Ladens stand ich also bei der fähigen Frau am Tresen. Sie ging in aller Ruhe (die 12 Leute hinter mir werden mich sehr gehasst haben) alle unsere Verträge durch und wir stellten fest, dass ich eine Handykarte zuviel habe, dass der Festnetzvertrag viel zu teuer ist – weil heute nicht mehr so angeboten – und dass sie mir vermutlich nichts bieten kann, was Unitymedia nicht besser hat. Ich gehöre noch zur Generation „Telefon kommt von der Post“ und bedaure das sehr.
Dass wir ab Mitte des Jahres dann monatlich etwa 65,- sparen werden finde ich aber ganz ok.

Halb drei
Schon nach 18 Minuten in der Warteschleife habe ich eine eMail-Adresse bekommen, bei der ich schon mal die überflüssige CombiCard kündigen kann. Das muss nämlich heute passieren, weil exakt heute in drei Monaten der Vertrag verlängert wird. Hab ich ein Glück, das ich heute und nicht Montag zum T-Punkt bin.

Währenddessen buk mir die Frau einen Marmorkuchen. Ich liebeliebeliebe Marmorkuchen und war dementsprechen erfreut. Sie hatte extra ein neues, veganes Rezept genommen und …
Man denkt ja, dass man als Erwachsener nicht mehr in die Verlegenheit kommt, etwas, was man in den Mund gesteckt hat umgehend wieder ausspucken zu müssen, aber ich habe soeben gelernt: Kann doch passieren. Möchte jemand einen veganen Marmorkuchen mit einem undefinierbaren aber mich extrem störenden Untergeschmack? So ein Mist.

Jetzt den Wochenendmarathon „Shopping Queen“ oder noch ne Runde Schlaf?

Kurz nach acht
Es ist ein halbes Stündchen Schlaf geworden und danach sind wir ins Kino gefahren, genauer ins Lieblingskino.

Das Lieblingskino ist zwar 31km weit weg, aber es gibt diverse gute Gründe, die Strecke auf sich zu nehmen. Nette Menschen an der Kasse, leckeres Essen und Trinken zum Film, bequeme Sessel, Kuscheldecken und -Kissen auf den Sitzen, 4k-Technik, ein solides „where everybody knows your name“-hGefühl, wenn man öfter hinfährt. Einzelne Teile davon gibts auch näher, aber nie alles zusammen. Und nette Menschen nirgends sonst.
Wir schauten übrigens Zoomania und ich gehe davon aus, dass Sie alle den Trailer gesehen haben? nein?

Zoomania ist einer der seltenen Fälle, wo der Film deutlich besser ist, als der Trailer verspricht. Gehen Sie rein, das lohnt sich sehr.

Und jetzt gibts Nachos und Dip und Spectre im Fernsehen.

(To be continued)


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

1 Reaktion

Am 05.03.2016 um 23:10 Uhr kommentierte serotonic:

Rate Mal, wer heute auch im Kino war, Zoomania geguckt und massig Spaß gehabt habt? Ja, richtig. (Gruselig!)

Und, schöne Grüße an die Frau: Backofen auf 160 Grad Umluft oder 180 Grad O/Uh vorheizen und 250 g Mehl, 1 Pck. Backpulver, 1 Pck. Vanillepuddingpulver sowie 200 g Zucker mit 125 ml Rapsöl und 250 ml ungesüßter Pflanzenmilch verrühren. Zwei Drittel des Teiges in die Form geben, in das letzte Drittel 1 EL Kakao und 30 weitere ml Pflanzenmilch einarbeiten und damit das tun, was man mit Marmorkuchen je nach Tradition so tut (untergabeln, einzuckern, so Gedöns halt). Etwa 50 Minuten backen, anschneiden, glücklich sein.


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