WMDEDGT November 2015

Aus der Kategorie »just people«

WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

5:58: Ziemlich exakt um sechs aufgewacht. Aufwachen ist dummerweise im Moment immer der erste angstbesetzte Moment des Tages, denn vor knapp einer Woche hatte Joschka zwei sehr seltsame Krampfanfälle nach denen sie mit diversen Medikamenten vollgestopft wird. Diese bringen (und das wäre bei der Menge an lustig bunter Chemie bei mir genau so) ihren Magen arg durcheinander und so sind im Aufwachen die ersten beiden Gedanken: „Lebt sie noch?“ und „Hat sie gekotzt?“

Ersters mit „ja“, zweiteres mit „nein“ beantwortet. Das sind dann seit einer Woche die ersten 24h ohne Katzenkotze. Vorsichtig glücklich. Einen Moment noch mit ihr schnurrend (sie) froh (ich) im Arm im Bett gelegen, dann steht die Liebste auf und das Katz entdeckt, dass sie gerade vor Hunger stirbt. Ich entdecke, dass ich noch was schlafen könnte.

6:10: Dummerweise gucke ich vor dem Einschlafen noch kurz auf mein Handy (Kommt, das tut Ihr auch), entdecke, dass mein Hoster offensichtlich etwas geändert hat und auf einer meiner Seiten vor lauter Warnungen kaum noch Text zu finden ist und repariere schnell die Seiten. Schwups, ist es acht.
Jetzt aber noch mal schlafen.

8:03: Einschlafen klappt nicht mehr, dafür lerne ich auf irgendeinem öffentlich-rechtlichen Digitalsender eine Menge über den Alltag eines Rettungssanitäters.

8:45: Aufstehen? Auja: Baden. (Es tut mir übrigens leid, liebe Leserin, heute hab ich mir vollkommen Selbstständigen-klischeehaft einen day-off genommen. Sie müssen da jetzt durch)
Danach Frühstück und mal gucken.
Beim Frühstück pingt der neue „Neues aus der Zukunft“-Newsletter in die Mailbox. Nicht nur wegen der heutigen Überschrift „Die mit Herpes“ liebe ich diesen Newsletter sehr (er ist der einzige, den ich liebe). Er erzählt mir regelmäßig, was in der Welt der Wissenschaft geiles passiert ist – und warum es geil ist.
Warum ich alter Öko sowas lese? Ich bin zwar der festen Überzeugung, dass so manches vergangene Jahrzehnt durchaus einiges zu blind technikggläubig war, aber dass wir heute ein echtes Problem haben. Wissenschaft findet in der Öffentlichkeit fast nur noch in Form von sarkastischen Sprüchen – „jaja, amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt“ statt – oder bei Galileo und darunter. Und das ist doof. Wissenschaftler denken differenziert während sie versuchen, die Dinge zu verstehen – und das beides sind Eigenschaften, die man heutzutage mal echt gut gebrauchen könnte.
Und – gebts zu: Wir alle lieben unsere antihaftbeschichteten Pfannen auf den Induktionsherden.
So lange es aber nicht nur ok, sondern fast schon hip ist, mit der eigenen Mathe- und Naturwissenschafts-Schwäche zu kokettieren während man dem gegenüber die Kommafehler im Geiste rot anstreicht wird das nix. Also: Go for MINT! und lest die Website und den Newsletter.

9:10: Ach vielleicht doch mal kurz an den Schreibtisch? Nur eben die beiden Mails schreiben. Und ganz kurz bei Twitter in das Thema einmischen.
Ach, wo ich hier doch gerade sitze, da könnte ich doch mal diese seltsame Fehlermeldung googeln, die gestern da im CMS erschien. Hm, das bringt ja auch alles nix. Ob ich wohl einfach das CMS fix neu installiere?
(Sie wissen schon, dass der letzte Absatz seine tiefe Ironie daraus bezog, dass es „fix“ oder „mal eben“ am Computer nicht gibt? Es ist jetzt elf zwölf Uhr.)

12:05: Ok, hier im Haus wird das nix mit dem day-off. Also ab zum Teich. Hübsch da, mit dem bunten Laub auf dem Boden. Gleich mal ein Foto machen, die 365-Tage-Challenge liegt ja momentan ziemlich am Boden.

Zum Mittagessen ein Blick in den Kühlschrank. Hm, ob sich aus Geschnetzeltem, Reis, Tomaten und Yoghurt was machen läßt? Mit viel Curry und viel Phantasie könnte es vielleicht leicht indisch schmecken?
Beim Essen ein Blick in den Fernseher und festgestellt, dass der Begriff „sexistische Kackscheiße“ offenbar nur für die ProSieben-HD-Werbung gemacht wurde. Ich fühle mich als Mann beleidigt und wie ich mich als Frau fühlen würde, darüber möchte ich gar nicht nachdenken müsssen.

14:50: Auf gehts zum Tierarzt, neue Entwässerungstabletten holen. Wir hoffen, dass sie die besser verträgt, sonst werde ich wohl lernen müssen, meiner Katze Spritzen zu setzen. Ich denk einfach noch nicht drüber nach.
Dann die Liebste von einer Tagung abgeholt und direkt durchgefahren zur Sneak-Preview vom neuen Bond. Um nicht zu spoilern sag ich da jetzt logischerweise gar nix zu.

Und jetzt noch ein bisschen Rest-Pseudo-Curry essen, #tvog gucken und dabei vermutlich nach knappen 10 Minuten einschlafen.

To be continued.


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1 Reaktion

Am 05.11.2015 um 22:32 Uhr schriebFranzi:

Dem kleinen Tier baldige Genesung und Danke für den Tip; Neues aus der Zukunft kann ich gut gebrauchen.


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