Wo ist eigentlich Undeloh? Und warum?

Aus der Kategorie »just people«

Ein Dorf in der Lüneburger Heide möchte keine Asylbewerber bei sich aufnehmen. Sicherlich etwas, was seit den frühen 90ern immer wieder mal in deutschen Ratssälen, in Hinterzimmern von Gaststätten und in vielen, vielen Wohnzimmern geäußert wurde. Aus einem mir persönlich bekannten Ratssaal ist zum Beispiel die schöne Äußerung überliefert: »Die sollen erst mal ([ziemlich widerliches] traditionelles einheimisches Gericht) essen, dann sehen wir weiter!«
Undeloh hat jetzt das Pech, dass zuerst der Bericht von der Bürgerversammlung durchs Internet schwappte und dann auch noch Panorama vorbei kam und ein paar Fragen stellte.

Oder anders: Dass ein Team Fernsehjournalisten vorbeikam und den medienunerfahrenen, meist unbeholfen wirkenden Bürgern ein paar »Ich hab nicht gesagt, dass die Asylanten bleiben sollen wo sie sind, aber …« entlockte und nett zusammenschnitt. Es dürfte für erfahrene Medienmenschen nicht allzu schwer gewesen sein, diesen Bericht fertig zu machen.
Und natürlich wird da unsäglicher Scheiß in die Kameras gesprochen, gar keine Frage. Aber …

jawl, das Fachmagazin für Grautöne hat da mal drüber nachgedacht.

Erst mal die Voraussetzungen: Deutschland hat seit 1993 ein in meinen Augen unfassbar scharfes Asylrecht: Wer aus einem EU-Staat einreist hat kein, wer aus einem sogenannten sicheren Herkunftsstaat einreist kaum Anrecht auf Asyl. Jetzt ist es natürlich – gerade wenn man auf der Flucht ist – eher unwahrscheinlich, nett mit dem Flieger und einem frischen Tomatensaft im Bauch am Gate 2 in Frankfurt anzukommen; eine Flucht zu Fuß oder auf vier Rädern ist da doch sehr viel wahrscheinlicher. Sprich: In den meisten Fällen kommt ein Flüchtling aus einem Nachbarland Deutschlands über die Grenze und – hoppla! – das sind ja alles sichere EU-Staaten.
Diese elegante Regelung sorgt also dafür, dass in Deutschland unter 2% aller Flüchtlinge anerkannt werden und das Jahrhunderte alte Grundrecht auf Asyl … nun sagen wir: der Meinung mancher Juristen nach arg ausgehöhlt wurde.
Wer es bis ins Land geschafft hat, lebt zuerst einmal in einer Unterkunft – im Volksmund gerne Asylantenheim genannt. Er darf nicht arbeiten und den Bezirk der zuständigen Ausländerbehörde nicht verlassen. Diese Einschränkung der Freizügigkeit ist übrigens in Deutschland innerhalb der EU einmalig.

Seit 1993 erhalten Asylbewerber in Deutschland für ihr tägliches Leben eine Grundsicherung, die seitdem auch nicht angepasst wurde. Sie lag schon immer – und im Laufe der Jahre natürlich immer mehr – unter dem Existenzminimum. Bereits neunzehn Jahre später guckte sich das Bundesverfassungsgericht die Bedeutung des Wortes »Existenzminimum« an und stellte fest, dass die Praxis der letzten Jahre »evident unzureichend [war], weil sie seit 1993 nicht verändert« wurde und weder nachvollziehbar berechnet noch realitätsgerecht sei. (Wikipedia)
(Loriot-Tonfall:) Ach was.

Manche Kommunen haben jahrelang lieber kein Bargeld ausgezahlt und sich auf Wertgutscheine verständigt. Das bedeutete auch, dass Asylbewerbern kein bares Wechselgeld ausgezahlt werden durfte, wenn sie mit diesen Gutscheinen einkauften. Oder anders: Sie mussten möglichst exakt passend einkaufen oder sie machten Verlust. Darüber, dass diese Gutscheinpraxis für reichlich schlechte Laune sorgte und auch darüber, dass sie bei den Läden total beliebt war müssen wir nicht reden, oder? Manche, wenige, Landkreise tun das übrigens meines Wissens bis heute. Oder schicken gleich direkt Essensrationen in die Heime.
Alle diese Regelungen wurden 1993 im sogenannten Asylkompromiss festgeschrieben, …

… Ziel der damaligen Bundesregierung war es, den Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland zu begrenzen und einen Missbrauch des Asylrechts zu verhindern, indem man „Anreize für Wanderungsbewegungen durch ein im internationalen Vergleich eventuell hohes Leistungsniveau zu vermeiden“ trachtete. Die migrationspolitisch begründete Absenkung des Leistungsniveaus hat das Urteil des BVerfG vom 18. Juli 2012 jedoch für verfassungswidrig erklärt.
(Nochmal Wikipedia)

Exkurs: Wer jetzt nicht ganz die Empathie kaputt hat kann ja einmal versuchen, sich auch nur halbwegs in folgende Lage zu versetzen: Du bist geflüchtet.
Which means: Du hast Deine Stadt, Dein Land, Deine Freunde, Deine Arbeit verlassen müssen. Zusammengefasst: Du hast Gründe gehabt, Dein ganzes Leben zu verlassen. Du bist traumatisiert.
Nun sitzt Du in einer Sammelunterkunft, lebst in Verhältnissen, die Du normerweise nicht einmal beim Sparurlaub in der Jugendherberge tolerieren würdest, darfst die Stadt nicht verlassen und tagtäglich nichts Sinnvolles tun. Du hast ständig Angst vor der Abschiebung und verstehst kein Wort draußen auf der Straße – und erst recht keins in dem Amt, was für Dich zuständig ist. Außerdem wirst Du nach Kräften scheiße behandelt. Du bist – sehr deutlich: unerwünscht. Exkurs Ende.

Ach nee, noch ein Exkurs: Schaut man sich die gängigen Casting-Shows an, beruhen die meisten von ihnen auf dem Prinzip, die Kandidaten aus ihrem gewohnten Umfeld heraus zu reißen und in fremder Umgebung (Sonneninsel!) auf möglichst engem Raum (Nobelvilla!) aufeinander zu setzen. Dann passiert nämlich meist von selbst irgendetwas, dann kommt es quasi automatisch zu den beliebten Bitchfights unter Top-Models und beinahe-Schlägereien unter Möchtegern-Sängern. Es bedarf nicht besonders hoher Anstrengung sich auszumalen, was solche zwangsweise Enge ohne die Anreize Ruhm, Ehre, Bohlen-Lob und Pool im Garten mit Menschen machen können. Aber genug der Exkurse.

Wir leben hier also in einem Land, das sich erklärtermaßen vor Flüchtlingen schützen will. In einem Land was ja schon mit den nicht-geflüchteten, »normal« lebenden, Geld-verdienenden Ausländern bekanntermaßen so gut umgeht, dass man bei der systematischen, reihenweisen Ermordung von Ausländern jahrelang nur denken kann, dass »die sich gegenseitig« töten. In einem Land, in dem der wichtigste Satz nach einem Verbrechen an einem Ausländer lautet, dass kein rassistischer Hintergrund vorlieg(en kann, weil nicht vorliegen darf). Naja und so weiter.

In einem Land, das sich sehr viel Mühe gibt, den Unterschied zwischen Deutschen und Ausländern so stark es eben geht zu festigen. Und das sich nicht besonders viel Mühe gibt, Flüchtlingen mit mehr als dem Hinstellen eines Bettes zu helfen.

Und mit all diesen Vorüberlegungen im Kopf überlegen wir dann noch einmal, ob die Angst eines uninformierten Kleinstädters nicht vielleicht verständlich ist. Ich will weder sagen, dass sie richtig sein muss, noch dass sie gut ist – aber ist sie nicht vielleicht verständlich? Wer liest denn schon erst einmal die Artikel über das deutsche Asylrecht in der Wikipedia, um sich neben den „Boot-voll“-Sprüchen noch aus einer zweiten Quelle zu informieren? Der Durchschnittsbürger erlebt: Wir wollen keine „Asylanten“ hier – das Boot war schließlich schon vor 20 Jahren voll – und die, die da sind, die lungern nur rum (richtig, mehr dürfen sie nicht) und es gibt dauernd Krawall in den Heimen (vermutlich auch richtig, ist ja kein Wunder). Im Ergebnis: Angst.

Ich habe in den Neunzigern, als die sogenannte »erste große Flüchtlingswelle« nach Deutschland kam (die, die dann auch die ganzen freundlichen Gesetze nach sich zog), hier in der Stadt eine Gruppe von Menschen kennen gelernt, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Vorher hatte ich mit dem Thema wenig zu tun gehabt, aber mir erschien logisch und gut, was die dort taten – also machte ich mit.
Ich habe Deutschunterricht in den Unterkünften gegeben, ich habe natürlich eine Website gemacht, ich habe hier, da und dort organisiert und ich habe auch mal Nächte in einer Unterkunft Wache gehalten, als ein paar Glatzen dort randalierten. Und ich erzähle das jetzt gerade nicht, um meinen Status als besonders Guter zu festigen; ich erzähle das um zu sagen: Ich hatte auch erst Angst.

Na sicher hatte ich. Hat jeder vor dem Unbekannten. Man könnte es auch „Fremdeln“ nennen. Und wenn man jeden Tag in der Zeitung liest, das Boot wäre voll …
Wenn jeder sagt, die kämen nur hierher um unser Geld und unseren sauer erarbeiteten Wohlstand zu ergaunern …
Wenn man noch nicht weiß, dass die – im Gegensatz zu den Dorfprolls – nur auf der Straße rumhängen, weil sie nirgendwohin können und nicht um automatisch jeden vorbeikommenden abzuziehen …
… dann hat man vielleicht Angst. Klar.
Erstgemeinter Rat: Hingehen und reden, hingehen und kennen lernen hilft ungemein.

Kommen wir zurück zu Undeloh: Natürlich ist das im Ergebnis unsäglich, was dort gesprochen wird. Aber vielleicht wäre es doch mal an der Zeit, nicht nur tumb gegen die doofen Provinzler dort zu schimpfen, sondern sich zu überlegen, woher solch eine Stimmung kommt.
An der Zeit sich vorzustellen, was eine Regierung ausrichten könnte, die ausstrahlt: Wir haben hier die einmalige Chance, menschlich zu handeln, Jahrhunderte alte ehrbare Rechte zu leben und – schließlich wird die christliche Fahne ja sonst so gerne hoch gehalten – Nächstenliebe zu praktizieren.

Und in der Folge: Ob es nicht an der Zeit wäre, denjenigen auf die Finger zu hauen, die die fremdenfeindliche Stimmung machen – und nicht nur denjenigen, die sie dumm nachplappern, weil sie es nicht besser wissen.
Liebe Panorama-Redakteure: Geht doch mal nach Berlin. Oder zu den Springer-Blättern. Oder … – ich bin sicher wenn Ihr nachdenkt fällt Euch da was ein.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

17 Reaktionen

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Am 04.03.2013 um 13:17 Uhr kommentierte Maximilian Buddenbohm:

Passende Lese-Empfehlung dazu, wirklich sehr erhellend, ungemein kenntnisreich und positiv: „Mythos Überfremdung“ von Doug Saunders. Räumt mit den meisten gängigen Argumenten gegen Fremde, gegen Zuwanderung, gegen Flüchtlinge gründlich auf.


Am 04.03.2013 um 13:23 Uhr antwortete Zahnwart:

Besser kann man nicht argumentieren. Danke für diesen Text.


Am 04.03.2013 um 13:43 Uhr schriebblogotronic:

Ganz ehrlich: ich bin’s leid, solche Nasen zu verteidigen. Wenn diese Leute sich ein Auto oder einen Fernseher anschaffen wollen, sind sie durchaus imstande, sich wochenlang aus allen möglichen Quellen gründlich zu informieren, um eine Entscheidung auf Basis von Fakten zu treffen. Die können das nämlich schon, die wollen bloß nicht.

Wer will, kann sich informieren und dann argumentieren. Wer nicht will, verdient kein Mitleid, wenn der denkfähige Teil des Landes dann mit dem Finger auf ihn zeigt.


Am 04.03.2013 um 13:49 Uhr antwortete Christian:

Ich muss gestehen, dass ich das mit dem Informieren vor dem Auto- oder TV-Kauf für ein Gerücht halte. Jedenfalls wenn ich – recht aktuelles Beispiel – mal gucke, was die „bald sind alle ihre Sender weg“-Kampgane letztens so angerichtet hat.
Aber das nur am Rande.

Ich möchte diese Nasen gar nicht verteidigen, ich sags noch einmal klar und deutlich: Es ist unsäglicher Scheiß, den sie sprechen.

Aber ich halte es für grauenhaft kontraproduktiv, wenn sich das Web, die Medien, die ganze öffentliche Empörung über ihnen ausschüttet, während im Hintergrund die, die diese Stimmung wirklich machen _wollen_ die fetten Händchen reiben, weil sie aus der Schusslinie sind und ein paar Trottel für sie die Schelte einstecken müssen.


Am 04.03.2013 um 13:58 Uhr meinte blogotronic:

Du hast Recht. Diese Leute sind aber der Hauptgrund, warum sich im Hintergrund die Stimmungsmacher die Hände reiben dürfen. Oder nicht?

P.S.: «Verteidigen» zielte nicht auf dich (sondern auf meine eigenen früheren Versuche, Erklärungen für rechtslastige Positionen bei ganz normalen Menschen zu finden) und sollte auch nicht heißen, dass ich dir das vorwerfe. Du hast in der Tat klar genug gemacht, was du von derlei Aussagen hältst.


Am 04.03.2013 um 14:03 Uhr kommentierte Christian:

Ich weiß nicht. Klar, es gehören immer zwei dazu, einer der manipuliert und einer der sich manipulieren lässt. Aber nachdem sich die Stimmung so oft auf die konzentriert, die mitlaufen, weil sie es nicht besser wissen würd ich gerne auch(!) mal auf die anderen gucken …
Nee. Bla. Irgendwie ist das ja alles ein System, in dem man dringend mal auf alle(!) gucken sollte.


Am 04.03.2013 um 14:27 Uhr wusste blogotronic:

Das kann ich auf jeden Fall unterschreiben. Wer glaubt, dass lediglich die Engstirnigkeit einiger (oder aller?) Undeloher das Problem ist, der irrt.


Am 04.03.2013 um 14:30 Uhr schriebKiki:

Danke.


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Auch anderswo wird darüber gesprochen …

Passende Lese-Empfehlung dazu, wirklich sehr erhellend, ungemein kenntnisreich und positiv: "Mythos Überfremdung" von Doug Saunders. Räumt mit den meisten gängigen Argumenten gegen Fremde, gegen Zuwanderung, gegen Flüchtlinge gründlich auf.
Besser kann man nicht argumentieren. Danke für diesen Text.
Ganz ehrlich: ich bin's leid, solche Nasen zu verteidigen. Wenn diese Leute sich ein Auto oder einen Fernseher anschaffen wollen, sind sie durchaus imstande, sich wochenlang aus allen möglichen Quellen gründlich zu informieren, um eine Entscheidung auf Basis von Fakten zu treffen. Die können das nämlich schon, die wollen bloß nicht. Wer will, kann sich informieren und dann argumentieren. Wer nicht will, verdient kein Mitleid, wenn der denkfähige Teil des Landes dann mit dem Finger auf ihn zeigt.
Ich muss gestehen, dass ich das mit dem Informieren vor dem Auto- oder TV-Kauf für ein Gerücht halte. Jedenfalls wenn ich - recht aktuelles Beispiel - mal gucke, was die "bald sind alle ihre Sender weg"-Kampgane letztens so angerichtet hat.Aber das nur am Rande.Ich möchte diese Nasen gar nicht verteidigen, ich sags noch einmal klar und deutlich: Es ist unsäglicher Scheiß, den sie sprechen.Aber ich halte es für grauenhaft kontraproduktiv, wenn sich das Web, die Medien, die ganze öffentliche Empörung über ihnen ausschüttet, während im Hintergrund die, die diese Stimmung wirklich machen _wollen_ die fetten Händchen reiben, weil sie aus der Schusslinie sind und ein paar Trottel für sie die Schelte einstecken müssen.
Du hast Recht. Diese Leute sind aber der Hauptgrund, warum sich im Hintergrund die Stimmungsmacher die Hände reiben dürfen. Oder nicht?P.S.: «Verteidigen» zielte nicht auf dich (sondern auf meine eigenen früheren Versuche, Erklärungen für rechtslastige Positionen bei ganz normalen Menschen zu finden) und sollte auch nicht heißen, dass ich dir das vorwerfe. Du hast in der Tat klar genug gemacht, was du von derlei Aussagen hältst.
Ich weiß nicht. Klar, es gehören immer zwei dazu, einer der manipuliert und einer der sich manipulieren lässt. Aber nachdem sich die Stimmung so oft auf die konzentriert, die mitlaufen, weil sie es nicht besser wissen würd ich gerne auch(!) mal auf die anderen gucken ...Nee. Bla. Irgendwie ist das ja alles ein System, in dem man dringend mal auf alle(!) gucken sollte.
Das kann ich auf jeden Fall unterschreiben. Wer glaubt, dass lediglich die Engstirnigkeit einiger (oder aller?) Undeloher das Problem ist, der irrt.
Danke.

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  • • Passende Lese-Empfehlung dazu, wirklich sehr erhellend, ungemein kenntnisreich und positiv: "Mythos Überfremdung" von Doug Saunders. Räumt mit den meisten gängigen Argumenten gegen Fremde, gegen Zuwanderung, gegen Flüchtlinge gründlich auf.
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  • • Ich muss gestehen, dass ich das mit dem Informieren vor dem Auto- oder TV-Kauf für ein Gerücht halte. Jedenfalls wenn ich - recht aktuelles Beispiel - mal gucke, was die "bald sind alle ihre Sender weg"-Kampgane letztens so angerichtet hat.Aber das nur am Rande.Ich möchte diese Nasen gar nicht verteidigen, ich sags noch einmal klar und deutlich: Es ist unsäglicher Scheiß, den sie sprechen.Aber ich halte es für grauenhaft kontraproduktiv, wenn sich das Web, die Medien, die ganze öffentliche Empörung über ihnen ausschüttet, während im Hintergrund die, die diese Stimmung wirklich machen _wollen_ die fetten Händchen reiben, weil sie aus der Schusslinie sind und ein paar Trottel für sie die Schelte einstecken müssen.
  • • Du hast Recht. Diese Leute sind aber der Hauptgrund, warum sich im Hintergrund die Stimmungsmacher die Hände reiben dürfen. Oder nicht?P.S.: «Verteidigen» zielte nicht auf dich (sondern auf meine eigenen früheren Versuche, Erklärungen für rechtslastige Positionen bei ganz normalen Menschen zu finden) und sollte auch nicht heißen, dass ich dir das vorwerfe. Du hast in der Tat klar genug gemacht, was du von derlei Aussagen hältst.
  • • Ich weiß nicht. Klar, es gehören immer zwei dazu, einer der manipuliert und einer der sich manipulieren lässt. Aber nachdem sich die Stimmung so oft auf die konzentriert, die mitlaufen, weil sie es nicht besser wissen würd ich gerne auch(!) mal auf die anderen gucken ...Nee. Bla. Irgendwie ist das ja alles ein System, in dem man dringend mal auf alle(!) gucken sollte.
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