Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Woanders

Es hat sich ja eingebürgert, diese kleine (fast) wöchentliche Kolumne mit etwas Politik zu beginnen. Diesmal allerdings mit Politik aus einem anderen Land. Dem Land, das vor ein paar Jahren als erstes über die Klinge sprang, als die Banker unsere Weltwirtschaft vor die Wand gekachelt hatten. Ein Land, das ich bis vor kurzem darüber hinaus nur durch den Ausbruch eine Vulkans mit einem absolut unaussprechlichen Namen und als Wohnort meiner Lieblingsmusikerin kannte. Nun aber auch daher, dass sie sich in ihrer Hauptstadt etwas getraut haben. Nämlich alte Zöpfe in der Politik abzuschneiden. Mehr Punk, weniger Hölle. Klingt sympathisch, dieses Ländchen.

Hierzulande geht es deutlich weniger punkig, dafür – ich zitiere: Bananerepublikiger her. Da es keine Dokumente und keine Zeugen gibt, kann der Generalbundesanwalt leider nicht herausfinden, ob und in welchem Umfang amerikanische und englische Geheimdienste (illegal) in Deutschland operieren. Und ich habe Udo Vetter noch nie so die Fassung verlieren sehen. Äh Fassung verlieren hören. Äh … lesen. Äh …
Naja, wir haben ja alle nichts zu verbergen. Nicht.

Nichts zu verbergen haben übrigens wirklich die Rumänen und Bulgarier, die nach Deutschland kommen. Wir erinnern uns: „Armutsmigration” oder „Sozialmissbrauch” und der kaum afd-iger zu formulierende Wahlkampf-Slogan „Wer betrügt, der fliegt” machten Stimmung, als die Wahlen vor der Tür standen.
Eine Anfrage der Grünen ergab jetzt, dass es in der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik für 2012 lediglich 112 Fälle von Verdacht auf Sozialleistungsbetrug durch Bürger aus Rumänien (74) und Bulgarien (38) gab.
Und die Brand Eins weiß, dass aus den beiden Ländern im Vergleich zu Deutschland überdurchschnittlich viele Akademiker einwandern.
Aber erstmal Stimmung machen, Ihr Deppen und sich dann wundern, wenn es rechts außen sprießt und blüht.

Kommen wir zu einem anderen meiner Lieblingsthemen: Lehrer, genauer: Lehrer und Social Media. Nicht nur meiner Erfahrung nach immer eine super Kombi. Alle Lehrer? Nein, ein kleines gallisches Dorf kleiner Kreis von open-minded Lehrerinnen und Lehrern tut sein bestes. Einer von Ihnen hat seine Kolleginnen und Kollegen jetzt mal unter einer reißerischen Überschrift in Gruppen eingeordnet. Mein Lieblingssatz:

Neue Methoden, Medien und Kommunikationswege sind nicht nutzlos, weil sie neu – genau so wenig wie die alten aufgrund automatisch überholt sind. Neue Wege auszuprobieren und über alte nachzudenken ist aber weder in der Schule noch sonstwo falsch.

Kommen wir zu den schönen Themen. Liebe und Sex in diesem Fall. Was zuerst? Ok, die Liebe.
Saja Seus hat mal wieder ein Pärchen getroffen und wie immer ganz wunderbare Fotos gemacht. Fotos von Jasi und Paul, die sich selber langweilig finden. Kinder, merkt auf: Langeweile kann ganz schön super sein. Jedenfalls, wenn the world drumherum is running down.

Und jetzt endlich zum Sex. Unsere Gesellschaft ist ja nun doch sehr auf Monogamie, im besten Falle vielleicht noch serielle Monogamie ausgerichtet. Andere Entwürfe aber können an ganz unerwarteten Stellen a) ungeahnte Vorteile mit sich bringen und b) vielleicht sogar genau deswegen nicht erwünscht sein. Ein interessanter Gedanke.

Mein Lieblingslied in der vergangenen Woche war „The Monster” von Frau Dandylion aka Marianne Sveen von Katzenjammer.

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