Woanders

Aus der Kategorie »just links«

„Empört Euch!” stand früher mal an Wänden, da schien so ein Aufruf noch nötig gewesen zu sein. Heute empört sich jeder – nein falsch – der Durchschnittskommentator empört sich nicht, er explodiert geradezu, wen er etwas liest, was ihm nicht passt. Ob das gut und richtig so ist? Wir hatten das Thema ja in der letzten Folge unserer kleinen Linksammlung schon, aber es scheint wichtig zu bleiben. Don Dahlmann schreibt lang und ausführlich dazu und spannt den ein oder anderen interessanten Bogen von der Filter- zur Empörungsbubble und es lohnt, sich einen Moment Zeit dafür zu nehmen.

Abzugrenzen von den Empörungskommentatoren sind im Web ja die sog. Trolle. Die nämlich regen sich nicht kurzfristig auf, die sticheln nur herum – allerdings aus der reinen Lust am Sticheln. Die merken ganz schnell, was das gegenüber wohl so richig reizen könnte und genau da legen sie dann los. Ob sie das ernst meinen ist unklar.
Deswegen finde ich auch die Überschrift „Die Trolle von der Polizei” nicht so passend – der Rest des Artikels hingegen erinnert uns an einige wichtige Wahrheiten, die in einer angeblichen „Sicherheits”-Debatte zu oft unter den Tisch fallen.

„Ja, aber …” höre ich es aus der Ecke, „Ja aber wenn es doch unserer Sicherheit dient?” Und abgesehen davon, dass einem „ja aber” irgendwie selten ein gutes Argument folgt: Nein. Überwachung dient nicht unserer Sicherheit. Überwachung produziert mehr Verdächtige und insgesamt ein Klima der Unsicherheit. Viel wirkungsvoller wäre es, einmal dorthin zu gucken, wo ermittelt wird und wie ermittelt wird. Im Falle der NSU zum Beispiel unter aller Sau, das war ja irgendwie schon bekannt. Der Untersuchungsausschuss hat jetzt aber noch mehr herausgefunden. Und das ist nicht schön, da könnte man mal ansetzen, bevor man ein ganzes Land unter Generalverdacht stellt.

Aber wenn wir uns schon in der unschönen rechten Ecke herumtreiben, dann beenden wir unsere kleine Sammlung doch mit einem schönen Moment. Mit einem Städtchen, dass in einer sicher nicht einfachen Situation einfach mal etwas hatte, was an anderer Stelle oft fehlt: Eine Haltung nämlich.

Apropos „Haltung”: In eigener Sache möchte ich ganz zumm Schluss noch auf einen Artikel bei der GLS-Bank hinweisen – die hat nämlich Blogger gesucht, die für sie die von ihnen unterstützten Projekte besuchen und darüber berichten. Das jawl und ich hatten uns beworben und ich freue mich sehr, eines unter achtzehn tollen Blogs zu sein. Und ebenso, dann bald ein (noch nicht feststehendes) Projekt zu besuchen und darüber hier an dieser Stelle zu berichten.


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