Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Überraschenderweise hat sich weder die Situation in Syrien noch die Stimmung in Deutschland in der letzten Woche um 180° gedreht und so so können wir uns weiter um die verschiedensten Aspekte deutscher Fremdenfeindlichkeitskultur Gedanken machen.

Eine Aussteigerin erzählt, wie es bei den Nazis so ist. Also nicht bei denen, die wir aus dem Fernsehen kennen, bei den Jugend-Cliquen mit Spingerstiefeln, Rockmusik und Bier, sondern bei den Nazifamilien. Bei denen seit Generationen die alten Ideale hoch und die Kinder klein gehalten werden. Das ist gruselig, das möchte man gar nicht wissen. Ups, so haben wirs ja mit den Nazis immer gemacht. Hm …

Sascha Lobo hingegen nimmt einen Faden auf, den ich Anfang der 90er in einem vollkommen anderen Zusammenhang beim damals sehr bekannten Rödelheim Hartreim Projekt fassungslos beobachtete: Da war ein Rapper, dessen ganze Attitüde daraus bestand zu sagen „Ey Alter, wenn Du mich Scheiße behandelst, dann schlag ich halt zurück“. Das Problem war damals schon: Niemand behandelte ihn schlecht. Die Beats waren zwar die fettesten damals erhältlichen, aber das hab ich nie begriffen. Andere aber anscheinend schon. Wahrscheinlich nicht vom RHP ausgehend aber trotzdem gründlich hat sich diese Haltung verbreitet, meint Sascha.

Toleranz, Empathie oder sogar Großzügigkeit haben in diesem Denken natürlich immer noch Platz, aber … (nach Belieben: „Man wird doch wohl mal sagen dürfen“ / „Irgendwann ist auch genug“ / oder ähnliches einsetzen). Und das nicht nur bei Ausländern, Schwulen, Frauen, Grünen, Genderforscherinnen oder ähnlichem – nein: Eigentlich wird erbarmungslos mindestens verbal auf alles eingedroschen, was nicht bei drei den „Du hast Recht“-Daumen geklickt hat. Meint zumindest Mirna Funk und ich erkenne in ihrem Text vieles aus meinem Alltag wieder.

Aber was tun? Kann man wirklich Millionen Menschen so einfach aufnehmen, verwalten, sortieren, ihnen vernünftig Hilfe zu kommen lasssen oder ist das eben auch einfach eine sehr, sehr große Aufgabe? Wir habens aber auch wirklich nicht leicht mit dieser großen Aufgabe, da hat man sich sein Feierabendbier auch mal verdient. Oder? Mely Kiyak sieht das anders und wirft einen Vergleich in die Runde, über den man mal einen Moment nachdenken kann. Vielleicht bei einem Teller Köttbullar.

Wahnsinn das alles; kommen wir zu anderem Wahnsinn. (Ja, das macht 5€ in die Überleitungskasse – aber wie soll man denn auch wegkommen von diesem Thema?)
Trotzdem: Schule in Deutschland – auch so ein Wahnsinn. Übrigens auch einer, bei dem man eine Menge oben schon angerissener Muster finden kann: Die Bildungsopfer, die sich wehren, die unbarmherzig kämpfenden Eltern – da findet man viel wieder. Vielleucht haben wir ja gar kein Flüchtlingsproblem in Deutschland, vielleicht haben wir ja überhaupt ein Problem?
Schule also. Denkende digitale Menschen finden sich da auf einmal in einer Situation wo sie mit dem Wort „Handyverbot“ konfrontiert werden. Äh? Warum??
Denkende digiale Menschen wissen: Weil das Handy alles umwirft. Also, ich find so ein Handy ja auch echt praktisch, aber …

Zum Schluss – in diesem ganzen Zusammenhang fast versöhnlich trivial aber irgendwie auch total bekloppt: Anne war Einkaufen, sie hat eine Tasche gekauft. Auch nicht so einfach, wie man denken könnte.

Mein Lieblingslied in der letzten Woche war tatsächlich Kayleigh. Ich hatte da so einen retro-Flash.
Die war damals so schön, die Kayleigh in dem Video – was macht die wohl heute? Ah, auch geschieden und die Tochter ist Model. Wie überraschend.


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