Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Woanders

Es ist kein angenehmes Thema, aber ich möchte diesen Link an den Anfang stellen, weil es wichtig ist, sich ein Viertelstündchen Zeit zu nehmen und diese Geschichte zu lesen. Ich selbst hatte schon einmal einen mitteldoofen Fernsehbericht zum Anlass genommen, über das deutsche Asylrecht zu schreiben* und ein paar Dinge zu erklären; die Zeit hat einen weniger sachlichen Zugang gewählt und hat einige Flüchtlinge besucht und eine Zeit lang begleitet. Es macht keinen Spaß, das zu lesen und trotzdem kann man nur hoffen, dass es viele Menschen tun. Und zwar mit einem halbwegs offenen Köpfchen und Herzen.

Apropos „guter Text” – ein gewisser Herr Matussek schrieb letztens selbstgefällig das exakte Gegenteil davon – und provozierte wiederum viele gute Reaktionen. Einer der Gründe, weshalb seine Worte so schlimm waren, ist der: Menschen lesen, was er schreibt; Menschen hören, was er sagt und Menschen glauben ihm. With great Reichweite comes great responsibility, das vergessen viele da draußen mal. Oder, um es mit den Worten von Nilz Bokelberg zu sagen: Nur um mal ach-so-wichtige Aussagen wie “Ich bin homophob und das ist auch gut so” und ihre Wirkung einzuordnen.

Und auch an anderer Stelle hat wieder mal jemand diese Verantwortung nicht bedacht. Herrn Matussek die Stirn zu bieten finde ich persönlich jetzt sehr ok, aber auch das kann man bedacht tun, oder eben unüberlegt. Ihn einen „verrückten Bordeliner” zu nennen zum Beispiel ist nur so mittelschlau, wie Kati erklärt – in dem sie mal kurz erzählt, wie es so ist als Borderliner.

Bei all diesem „man wird ja wohl mal sagen dürfen”-Mist kann man ja fast schon froh sein, wenn in einem Forum oder in irgendwelchen Kommentaren nicht gehasst, sondern nur getrollt wird. Wer schon länger im Web unterwegs ist, der hat es sich auch vermutlich schon gedacht: Trolle sind auch außerhalb des Web keine netten Menschen. Aber jetzt gibt es eine Untersuchung, die man zitieren kann.

Puh. Lotsa heavy stuff bis hierher.
Atmen wir durch und kommen wir zu schöneren Dingen. Wer Percantas Blog liest, der kennt schon seit langem die wunderbaren Einblicke in die Fragen, die sich ein kleines Kind so stellt. Aber da finden wir natürlich nicht nur Fragen, in so einem Kopf, da entstehen ja auch Antworten.

Und während das eine Kind sich die Welt erklärt, geht das andere schwimmen. Was ein Glück, dass es sich als Patentante Isa ausgesucht hat, sonst hätten wir nie davon erfahren.

Überhaupt sollte man den Blick nicht nur auf die Deppen dieser Welt richten, sonst verliert man aus den Augen, dass und wie viel Gutes da auch passiert. Ich stiess da vor einiger Zeit auf den Newsletter Neues aus der Zukunft und es ist wirklich schön, alle 14 Tage einfach mal gute Nachrichten zu lesen.

Mein Lieblingslied in der letzten Woche war Mike Sterns After All. (Hach ja, damals)

*) Hier nämlich

Eine Antwort zu “Woanders”

  1. […] wird: Dinge, von denen man vor fünf Jah­ren noch nicht dachte, dass sie mög­lich wären. (via Chris­tian Fischer) Ser­vier­vor­schlag: Dazu passt gut […]

Mentions

  • Journalismus und Optimismus, supergeile Werbung und wie wenig wir lesen – 1ppm von Johannes Mirus
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