Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Im Feedreader sind ein paar Artikel liegengeblieben – es scheint, als wollten sie verbloggt werden. Irgendwie alle beschäftigen sich mit der Gesellschaft, in der wir hier so leben und leben wollen. Und da das jawl sich ja auch gern mit der Geellschaft in der wir leben und leben wollen beschäftigt, passt das gut.

Leserinnen, die das jawl lesen, lesen auch gerne XY, kaufen auch gerne bei amazon Bücher von YZ und schauen gerne die folgenden Serien: … Supi-praktisch, keine Frage; man entdeckt so viel Schönes. Denken wir das doch mal zwei Schritte weiter:
Normalerweise lesen Leserinnen, die das jawl lesen auch gerne die Blogs von XY und die Bücher von YZ.
Leserinnen, die das jawl lesen und nicht auch gerne bei XY oder in den Büchern von YZ lesen sind …
… nicht dem Durchschnitt entsprechend.
… nicht normal.
… unnormal.
Naja, hey, Blog-Lesegewohnheiten, wer wird denn da urteilen? Das kann doch jeder vernünftige Menschen schon auseinanderhalten. Was aber ist, wenn Menschen die Entscheidungen nicht mehr treffen? Don Dahlmann denkt noch ein paar Schritte weiter.

Diese digitale Gesellschaft, die wir da aufbauen, die sich da hinter unserem Rücken aufbaut, in die wir da hineingeschlittert sind spült uns also alle weg. Oder wie? Was ist überhaupt diese digitale Gesellschaft? Wann hat die begonnen? Mit facebook? Mit dem iPhone? Mit IBM? Oder schon viel früher? André Spiegel sagt: Viel viel früher. Und deswegen gibt es sie in der Form wie wir alle behaupten auch gar nicht.

Nichtsdestotrotz ändert sich ja nun gerad einiges – und eine der meiner humble opinion nach dringendsten Aufgaben dürfte es sein, Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten. Nicht mit mehr Whiteboards in den Schulen, nicht mit Informatikunterricht für alle, sondern, indem wir mit ihnen zusammen einen selbstverständlichen verantwortungsvollen Umgang mit den sogenannten neuen Medien leben. (Kann man übrigens auch gut mit den alten Medien und eh mit dem ganzen Leben machen, diesen verantwortungsvollen gemeinsamen Umgang, aber ich schweife ab). Schon länger lese ich das Blog „Mein Computerkind“, das eine Mutter und ihre Tochter beim gemeinsamen Entdecken begleitet. Jetzt gibts das ganze als Buch und ich mach mal was, was ich sonst selten tue: Ich empfehle das Buch, bevor ichs gelesen habe.

Und, ach .com, wo ich schon bei den klugen Ratschlägen bin – hier ist noch einer für Lehrerinnen und Lehrer: Sucht Ihr immer noch das Geheimrezept dafür, wie guter Unterricht geht? Hier stehts, in 250 Wörtern, das lässt sich in einer knappen Minute weglesen und danach wisst Ihr, wie’s geht. Bittedankegerngeschehen.

Kommen wir nochmal zurück zu den Normen, die wir in Algorithmen zementieren: Wir tun das ja gar nicht nur da. Wer nicht dünn, schön, erfolgreich und gesund ist, weiß vermutlich ein Liedchen davon zu singen. Wer nicht fröhlich ist auch. bei der Kaltmamsell fand ich einen dokumentierten Twitter-Thread (etwas was mich ja sonst eher etwas anstrengt) zu einem niedlichen, unscheinbaren kleinen Plakat, das ein paar Verhaltensratschläge parat hatte, falls man mal traurig oder wütend ist. “Crying ist litearally a cry for help … our faces get red to tell other humans: I need help.” Nicht wirklich eine Situation, um sich zusammen zu reißen und ein Liedchen im Kopf zu trällern, oder?


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Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

3 Reaktionen

Am 12.04.2017 um 19:18 Uhr sagte Magnus aka MJKW:

Danke Dir, den Computerkinderblog kannte ich noch nicht und werd mich gleich reinstürzen, vor dem Buchkauf. Sich selbst medienzuerziehen ist in der Tat das komplexere dabei, das erleb ich grad…

Zum Thema Algorythmen und wie sie uns normieren: Kahnemann (Schnelles Denken, langsames denken ist vielleicht ein Begriff) hat dazu ein gutes Argument gebracht: da unsere eigenen Entscheidungen und noch viel mehr die dritter über uns (und die gab und gibt es immer) so durch interne Zufälligkeiten und Voreingenommenheiten schon rein neurologisch unzuverlässig, wenig zu beeinflussen und auf keinen Fall demokratisch, transparent und fair sind, ist das Auslagern von Entscheidungen in Algorythmen nicht nur weniger, oftmals statistisch auf keinen Fall mehr fehlerbehaftet im Ergebnis, sondern in einigen Fällen sogar demokratisch geboten. Denn im Gegensatz zu Gedanken und Entscheidungen von Menschen sind Algorythmen vollständig überprüfbar auch bezüglich ihrer Grundannahmen, transparent abbildbar und jederzeit aktiv änderbar. Voll kontrollierbar also, etwas was man in einigen sensiblen Bereichen sich vermutlich wünschen würde. Mal eine Diskussion wert, find ich.


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